Frische Ideen für Vorgärten

Frische Ideen für Vorgärten
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Frische Ideen für Vorgärten

Veloparkplatz, Schotterhalde, vernachlässigte Bepflanzung – Vorgärten fristen oft ein Mauerblümchendasein. Dabei lässt sich die kleine Fläche vor dem Haus kreativ gestalten. Der «Schweizer Garten» präsentiert frische Ideen für Vorgärten, die nicht viel kosten.

Sie fristen ein Dasein im Dornröschenschlaf, werden bei der Gartengestaltung übergangen oder glatt vergessen, nachdem der Bagger weg ist: die Vorgärten. Dabei verdient dieser Bereich unsere besondere Aufmerksamkeit, ist er doch von der Strasse her einsehbar und trägt so zum Eindruck bei, den Passantinnen und Passanten von unserem Haus und somit auch von uns erhalten. Frische Ideen für Vorgärten sind deshalb gefragt. Tritt man in einer Wohnung in einen überstellten Flur, wo ein Sammelsurium von Schuhen, Mänteln, Möbeln und Accessoires herrscht, macht das keinen optimalen ersten Eindruck. Selbiges gilt für Vorgärten, weshalb man ihm schon ein wenig Interesse entgegenbringen sollte. Das muss nicht einmal viel kosten – mit Liebe zum Detail kann man rasch etwas Schönes erblühen lassen. Vielmehr benötigt es ein Konzept von Materialien und Farben und eine frische Idee, etwa ein witziger Eyecatcher, wie ein markantes Ziergehölz, eine adrette Statue oder eine einladende Bank.

Herausfordernde Grundstücke

Schmal, schattig, abschüssig und erst noch zur Strasse hin ausgerichtet: Viele Hauseingänge sind nicht gerade einfach zu bepflanzen. Hinzu kommen Fahrräder, die abgestellt werden wollen, der Briefkasten und die Grüntonne. Kein Wunder also, schenken wir unsere volle Aufmerksamkeit erst mal dem privaten Wohngarten hinter dem Haus, während der Vorgarten ein Schattendasein im wahrsten Sinne des Wortes führt. Dabei kann dieser Platz mit einem Leitmotiv enorm aufgewertet werden: Warum nicht einen Topfgarten anlegen, der neben Blütenpflanzen auch einige schattenverträgliche Kräuter wie Bärlauch, Minze, Petersilie oder Schnittlauch beinhaltet? Kommt man nach Hause und ist im Geiste schon am Kochen, kann man gleich die passenden Zutaten pflücken.

Slow Food aus dem Vorgarten

Ist der Vorgarten sonnig, eignet er sich auch bestens als Gemüsebeet: Tomaten, Bohnen, Mais und Krautstiel versprechen eine reiche Ernte – liegt das Haus an einer Quartierstrasse, dürfte sich sogar die Schneckenplage in Grenzen halten. Der Vorgarten, mit dessen Platz man manchmal nicht so viel anzufangen weiss, wird so optimal zum Urban Gardening oder schon eher Urban Farming genutzt. Praktisch ist, wenn der Garten etwas erhöht liegt und der Schmutz von der Strasse oder pinkelnde Hunde die Ernte nicht ­verunreinigen. Der Gemüsegarten muss nicht wie früher eine Grossfamilie ernähren, daher reicht auch die kleine Fläche im Vorgarten. Die Luft ist zudem vor oder hinter dem Haus dieselbe. Wichtig ist allerdings, dass das Gemüsegärtchen durch einen Zaun vom Durchgangsverkehr und von Fussgängern abgetrennt ist. Ist das nicht machbar, empfiehlt sich eher ein Hochbeet.

Warme Beete

Hochbeete lassen sich überall aufstellen, auch in Vorgärten, und mit Zucchetti, Kürbis, Bohnen, Fenchel und Süsskartoffeln bepflanzen. Ähnlich wie in einem Komposthaufen bilden sich im Hochbeet durch die spezielle Schichtung von grobem und feinem Gehölzschnitt, Garten- und Komposterde zahlreiche Mikroorganismen, die das organische Material abbauen und dabei Wärme freisetzen. Durch den warmen, nährstoffreichen Boden verlängert sich die Kulturzeit und man erhält bis zu dreimal höhere Erträge als in einem konventionellen Gartenbeet. Das Hochbeet bietet zudem einen natürlichen Lebensraum für Nützlinge – insbesondere, wenn man auf Mischkulturen aus Gemüse und Blumen wie Kapuzinerkresse oder Ringelblumen setzt. Und wenn wir Menschen den Vorgarten nicht nutzen, kann man ihn auch ganz den Tieren überlassen: Eine Wildwiese, Stein- und Totholzhaufen, ein kleiner Teich, ein Vogelbad – alles, was der Fauna als Lebensraum nützt.

Text: Stefanie Stäuble    Bild: Bettina Haefliger Photography

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