Schützende Mulchschicht

Schützende Mulchschicht
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Schützende Mulchschicht

Nur ein gesunder, lebendiger Boden bietet den Pflanzen genügend Nahrung zum Wachsen. Jetzt im Spätherbst wird der Teppich ausgelegt: Die schützende Mulchschicht hält die Bodenorganismen länger aktiv, die Erde kann sich regenerieren.

Was tun, wenn das Sommergemüse abgeerntet ist und der Boden teilweise brachliegt? Nebst der Winterbepflanzung oder einer Gründüngung wirkt das Auslegen einer organischen Schicht Wunder. Die Bodenfeuchtigkeit bleibt länger erhalten, durch das Verrotten der Mulchdecke entsteht zudem Wärme. Diese kommt den Mikroorganismen und Regenwürmern zugute: Begierig ziehen sie die organischen Materialien in die Erde und zerlegen die Pflanzenteile. Nach und nach wird das Bodenleben angeregt und es entstehen wiederum Nährstoffe, die die Pflanzen später zum Wachsen benötigen. Die somit entstandene krümelige Struktur wird bis im Frühjahr zum idealen Pflanzboden.

Luftig leicht

Nicht nur im Winter bietet eine schützende Mulchschicht viele Vorteile. Auch während der Hauptpflanzzeit sorgt die organische Decke für Wachstumsschübe: Die Bodenfeuchtigkeit bleibt bei trockener Witterung länger erhalten. Dies vor allem dann, wenn die Erde zuvor gut gejätet und etwas aufgehackt wurde. Durch das Auflockern des Bodens wird die Kapillarschicht unterbrochen, das bedeutet, dass die aufsteigende Feuchtigkeit nicht in der obersten Schicht verdunstet. Auch schützt die Mulchdecke vor Ausschwemmung bei Starkregen. Gemulcht wird jedoch nur dünnlagig, sodass der Sauerstoff durch die Schicht zirkulieren kann und die Verrottung begünstigt.

Töpfe mulchen

Ist die schützende Mulchschicht zu dick und zu nass ausgelegt, beginnt das Material zu gären und zu faulen. Dies führt in der Folge zu unerwünschten Pilzkrankheiten. Die verbliebenen Reste werden im Frühjahr mit dem Rechen zur Seite gezogen und anschliessend kompostiert. So trocknet der winterschwere Boden leichter ab und kann sich dank dem Sonnenlicht erwärmen. Alternativ die Schicht zu einem späteren Zeitpunkt unterarbeiten. Übrigens, auch Töpfe und Tröge lassen sich mulchen und im folgenden Jahr mit dem organischen Material bereichern.

Kräuter und Halme

Gerade bei Rasen- oder Grasschnitt, bei Schnitt aus Wildkräutern oder generell bei Gemüseabfällen gilt: Den Schnitt erst antrocknen lassen und nur dünn auftragen. Grasschnitt auszubringen empfiehlt sich nur dann, wenn die Rasenfläche regelmässig gemäht wird. Die Rasengräser haben zu diesem Zeitpunkt noch keine Samen gebildet und enthalten reichlich Stickstoff und Kali. Eine Schicht aus Heil- oder Gewürzkräutern ist besonders empfehlenswert: Beinwellblätter verfügen ebenfalls über einen hohen Kaliwert und eignen sich bestens für nährstoffhungrige Tomaten.

Beliebte Brennnesseln

Zerkleinerte Kapuzinerkresse oder Brennnesseln sind bei Regenwürmern sehr beliebt. Strohstreu, das bereits trocken ist, eignet sich ebenfalls als Mulchmaterial und darf etwas dicker aufgelegt werden. Trockenes Laub als Mulchschicht bleibt Bäumen und Sträuchern vorbehalten. Für Beete sind Laubblätter eher ungeeignet, ausser unter Erdbeeren: Diese lassen sich gut mit Blättern oder Strohhäcksel mulchen.

Blühende Gründüngung

Eine andere Art der Bodendecke bilden Gründüngungen wie Phacelia oder Senfsaaten. Im Spätsommer auf dem abgeernteten Gemüsebeet ausgebracht, wachsen diese bis in den Spätherbst hinein zu einem Pflanzenteppich heran, der daraufhin zu einer Stoppeldecke gemäht wird. Im Frühjahr werden dann die Pflanzen als Gründüngung untergegraben oder der Kompost damit bereichert. Doch aufgepasst: Besonders unter Pflanzenteppichen liegen im Spätherbst viele Schneckeneier. Die schleimigen Gartenbewohner finden unter dem Mulch ebenfalls gute Überwinterungsbedingungen.

 

Text und Foto: Ruth Schläppi

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