Quer durchs Beet

Quer durchs Beet

Ein Quadratbeet ist optimal für kleine Gärten und für Menschen mit einem begrenzten Zeitbudget. Der Aufwand hält sich in Grenzen, die Ernte kann bei richtiger Pflege trotzdem erstaunlich hoch ausfallen.

In der Frühlingseuphorie hat man schnell eine grosse Gartenfläche angesät und angepflanzt. Allmählich beginnt es zu spriessen, und plötzlich hat man alle Hände voll zu tun: jäten, vereinzeln, aufbinden, ernten, neu bepflanzen – und dann muss man sich auch noch gegen Schnecken und Läuse wehren. Man sieht kein Ende mehr und kommt an seine Grenzen. Dabei braucht es nicht viel Platz, um verschiedene Gemüsearten, kombiniert mit hübschen Blumen, zu kultivieren. Probieren Sie es doch einmal mit einem Quadratbeet: Dieses misst nur 1,2 × 1,2 m. Diese Fläche wird in 16 Felder eingeteilt, auf der wir unser gewünschtes Gemüse ansäen und anpflanzen.

Gut planen

Den Platzbedarf entnehmen wir einer Aussat- und Pflanztabelle (siehe auch Illustration unten), denn auch im Quadratbeet gilt es, die Pflanzabstände einzuhalten, damit sich das Gemüse gegenseitig nicht zu stark beschattet. Besonders bei Lagerkabis, Krautstiel und Knollensellerie macht es Sinn, die Beete nicht zu überfüllen. Stangenbohnen sind für diese Art von Beet weniger geeignet, da sie recht gross werden und bei der Ernte mit der Leiter das Gemüse und die Blumen ringsum verletzt werden könnten. Beim Pflanzen achten wir darauf, Gemüse, das direkt oberhalb der Erde einen Kopf oder eine Knolle bildet, etwas erhöht zu setzen, damit es gut abtrocknen kann. Dazu gehören verschiedene Salate, Knollensellerie, Kohlrabi und Fenchel. Tief in die Erde pflanzen wir Weiss- und Blaukabis, Blumenkohl, Broccoli, Rosenkohl oder auch Lauch. Damit sie einen guten Stand erhalten, häufeln wir sie später noch einmal mit Erde an – beim Lauch wird der Stängel auf diese Weise gebleicht. Nach der Ernte können die Quadrate gleich wieder bepflanzt werden, sei es mit Gemüse oder mit Blumen.

Die Idee des Quadratgartens stammt vom Amerikaner Mel Bartholomew. Er betreute Gemeinschaftsgärten und bemerkte dort, dass die meisten Gärten im Sommer von Beikräutern überwuchert wurden – die Leute hatten sich nebst ihrem Familien- und Berufsalltag schlicht übernommen. Bei einem Quadratbeet rechnet man mit einem Pflegeaufwand von nur 30 Minuten pro Woche. Im Gegenzug wird der Bedarf nach frischem Salat, Tomaten oder Radieschen gedeckt. Weil ­verschiedene Kulturen auf kleiner Fläche angebaut werden, ist auch der Schädlings- und Krankheitsbefall gering. Wenn das Beet nicht gebraucht wird, sät man eine Gründüngung wie Phacelia an. Die Bienen freut’s – und im nächsten Jahr schauen wir dann, worauf wir Lust haben.

Wichtig: Wenn wir das Quadratbeet über Jahre am gleichen Ort bewirtschaften, achten wir auf die Fruchtfolge. Besonders bei den Kohlgewächsen ist dies ein wichtiger Punkt.

Text & Bild: Esther Pensa   Illustration: Isabel Moesch

Pflanzplan fürs Quadratbeet

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