Vorfrühlingsboten im Februar

Vorfrühlingsboten im Februar

Wenn nachts der Schlaf vom Gesang der Kater gestört wird, die lautstark ihre Revierkämpfe austragen, dann liegt eine Ahnung von Frühling in der Luft. Auch wir Gartenbesitzer werden unruhig, denn jetzt beginnt die «Adventszeit» des Gärtners.

Fast jeden Tag sehen wir nach, welche Vorfrühlingsblüher unsere Ungeduld mildern: etwa die Elfen-Krokusse (Crocus tommasinianus, auch Dalmatiner Krokus genannt), die als Erste ihre zarten blass­violetten Kelche aus der Erde schieben. Nur ein paar Sonnenstrahlen, und schon sind sie da. Als wir vor 20 Jahren die ersten 1000 Zwiebelchen in die Erde gebracht hatten, erwarteten wir im nächsten Frühling eine blühende Wiese. Doch welche Enttäuschung – nur gefühlte 100 mickrige Kelche verloren sich auf unserer 300 m2 grossen Obstwiese. Ausdauer und Geduld sind die Grundtugenden des Gärtners, und so pflanzten wir im nächsten Herbst weitere 500 Zwiebeln. Doch auch im folgenden Frühling war das Ergebnis eher dürftig. Erst nach 3 bis 4 Jahren etablierten sich die charmanten Elfen­Krokusse und breiten sich inzwischen im ganzen Garten aus. Obwohl wir seit einigen Jahren Probleme mit Wühlmäusen haben, scheint der Elfen-­Krokus nicht auf deren Speiseplan zu stehen. Ganz anders reagieren die Mäuse auf eine Sorte des C. tommasinianus, ‘Ruby Giant’: Dieser anmutige dunkelviolette Krokus hatte sich üppig über ein Beet verbreitet – und wurde in nur einem Winter komplett weggefressen. Offensichtlich reicht eine kleine genetische Veränderung aus, um die Krokuszwiebeln für Wühlmäuse geniessbar zu machen.

Text: Manfred Lucenz, Klaus Bender Bild: Marion Nickig

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