Bezaubernde Blütenprinzessinnen

Bezaubernde Blütenprinzessinnen

Mit ihren opulenten Blumen gehören Blumen-Hartriegel nicht nur zu den schönsten Blütengehölzen, sie punkten ausserdem zu jeder Jahreszeit mit weiteren Zugaben.

Mehr Schein als Sein

Getreu dem Motto «Mehr Schein als Sein» täuschen die Blumen-Hartriegel einen üppigen Flor vor. Die eigentlichen fruchtbaren (fertilen) Blütenköpfchen sind klein, grün und unscheinbar. Was wir als spektakulären Schauapparat wahrnehmen, sind lediglich die laubblattähnlichen Hochblätter. Hierbei dominieren die weissen Farben, doch die Farbpalette umfasst auch Sorten in zartem Rosa.

Standort und Pflege

Blumen-Hartriegel lieben einen tiefgründigen, sandig-humosen und nährstoffreichen Boden ohne Staunässe. Ist dieser kalkhaltig, sind Blattverfärbungen und unzureichende Wuchsleistungen die Folge. Bei ungünstigen Bodenverhältnissen sollte der Boden durch reichliche Humusgaben verbessert werden. Dem vornehmen Gehölz gebührt ausreichend Platz, sodass sich seine malerische Gestalt ungestört entfalten kann. Jede Schnittmassnahme birgt die Gefahr, den Wuchs nachteilig zu beeinflussen. Ist ein Griff zur Schere dennoch unvermeidbar, sollte er unmittelbar nach der Blüte erfolgen und sich auf ein Auslichten der äusseren Triebe beschränken.

Blüten-Diven aus Ost und West

  • Ein bei uns angebotener Blumen-Hart­riegel stammt aus Nordamerika (Cornus florida). Die knapp fingernagelgrossen, unscheinbaren Blütenköpfchen sind von vier weissen, etwa 9 cm langen und an der Spitze leicht rötlich anlaufenden Hochblättern eingefasst. Sie erscheinen im Mai und überziehen den Kleinbaum mit einem ­regelrechten Blütenschleier.
  • Der Rote Blumen-Hartriegel (C. florida fo. rubra) mit rosafarbenen Hochblättern ist noch schöner als die weisse Form. Beide Arten sowie einige bei uns angebotene Sorten verlangen zwingend einen kalkfreien, feuchten und gut durchlässigen Boden.
  • Die amerikanischen Formen eignen sich nur für ein mildes Klima. Da die Blüten früh, noch vor dem Blatt­austrieb, erscheinen, kann es sonst zu Spätfrostschäden kommen.
  • Aus dem Fernen Osten haben der Japanische und der Chinesische Blumen-Hartriegel (C. kousa, C. k. var. chinensis) unsere Gärten erobert. Die chinesische Form wird etwas höher und hat im Alter einen breit überhängenden Wuchs, während das japanische Pendant einen etagenartigen Aufbau besitzt. Erst nach dem Blattaustrieb ab Ende Mai präsentieren sie ihre fantastische Blütenschau. Die Asiaten punkten zudem mit geringeren Standortansprüchen und vor allem besserer Gesundheit: Sie sind vor allem weniger anfällig für eine nur schwer bekämpfbare Pilzkrankheit, die Blattbräune (Anthraknose).
  • Durch Kreuzung der asiatischen und nordamerikanischen Blumen­-Hartriegel sind Hybriden hervorgegangen, die neben einer prachtvollen Blüte auch durch ihre Gesundheit überzeugen, die auf den hohen Anteil des «Bluts» von Chinesischen Blumen-Hartriegeln zurückzuführen ist.

Bild: Kaspar Heissel

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