Zwölf bunte Gartenblumen für die Küche

Zwölf bunte Gartenblumen für die Küche

Jeder Mensch freut sich über Blumen, sei es im Garten, als Dekoration auf dem Teller oder als Beilage in Suppen und Salaten. Doch Vorsicht bei dem, was auf den Tisch kommt – wer Blumenkoch werden will, hat vorher einiges zu lernen.

Einst ernährte sich der Mensch ausschliesslich von Wildpflanzen, Pilzen, Beeren, Wurzeln und Samen. Sein Wissen in der Pflanzenkunde war umfassend. Die Idee, Blüten auch in der Küche einzusetzen, ist also überhaupt nicht neu. Wie aber steht es im 21. Jahrhundert um unsere Kenntnisse? Blumenköche müssen nicht nur wissen, was schmeckt. Sie müssen auch mit Sicherheit sagen können, welche Kräuter und Blüten giftig oder ungeniessbar sind. Nur so können Verwechslungen mit fatalen Folgen vermieden werden. deshalb stellen wir 12 essbare Blüten vor, die sich im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett ziehen lassen:

  • Kapuzinerkresse: Das leuchtende Orangerot der Kapuzinerkresse kommt auf dem Teller besonders gut zur Geltung. Alle Pflanzenteile lassen sich verwenden: junge Blätter, Blütenknospen und die offenen Blüten, die sich zum Füllen eignen. Die Samen lassen sich als Kapernersatz in Salzlake oder Essig einlegen und sind lange haltbar.
  • Taglilien: Mit Frischkäse gefüllt, zieren Taglilienblüten jedes Fingerfood-Buffet. Sie schmecken knackig frisch und leicht nussig. In Asien wird die gesamte Pflanze verwendet, von der Wurzel über die Blattsprossen bis hin zu den Blütenknospen. Dank viel Eiweiss, Vitamin C und Provitamin A sind sie zudem gesund.
  • Ringelblumen: Ihre leuchtend orangefarbenen Blütenblätter sind nicht nur schön zum Dekorieren – Ringelblumen färben Speisen genauso gut wie Kurkuma oder Safran. Die hübschen Blüten finden in Salaten, Hauptgerichten und Desserts ihren Platz. Sie passen beispielsweise gut in Eiersalate, Maisbrote und in Kuchen.
  • Goldmelisse: Die nach Honig duftenden Blüten der Goldmelisse bzw. Indianernessel geben einen gesunden Tee ab, der durch seine violette Farbe fast wie ein Zaubertrank wirkt und auf Kinder grossen Eindruck macht. Feuerrot leuchtenden Sirup oder Gelee erzielen wir durch die Zugabe von etwas Zitronensäure.
  • Lavendelblüten: Mit Lavendel lässt sich vorzüglich kochen und backen: Mit den stark duftenden Blüten können wir Zucker anreichern oder Sirup herstellen. Cupcakes erhalten ein Lavendelcreme-Topping, Muffins werden mit Lavendelzucker verfeinert und auch bei Wild, Lamm, Huhn oder Fisch veredeln sie den Geschmack.
  • Borretsch & Schnittlauch: Borretschblüten schmecken gurkenähnlich, passen gut in Suppen und Salate oder wir frieren sie in Eiswürfel ein. Bei Schnittlauch die lila Einzelblüten mit einer Schere vom Blütenboden schneiden und in kochendem Wasser mit einem Schuss Essig kurz blanchieren. Danach durch ein Sieb abgiessen und im Ofen schonend trocknen.
  • Löwenzahn: Er ist äusserst gesund. Wir dürfen uns nicht nur bei seinen jungen Blättern bedienen, auch seine Blüten geben einiges her: Einzeln abgezupft, zieren sie eine Bouillon­suppe oder lassen sich zum Garnieren von Milchreis und Griessköpfli verwenden. Auch lassen sich daraus Gelee, Sirup und Honig herstellen.
  • Stiefmütterchen & Veilchen: Sie sind in der Küche überaus beliebt. Das heimische Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor) etwa sieht mit seiner gelb-blauvioletten Zeichnung auf Desserts besonders hübsch aus. Aber auch in Wildkräutersalaten und Suppen sind Veilchen ein Blickfang. Zusammen mit Schnittlauch passen sie gut zu Frischkäse.
  • Kamille & Gänseblümchen: Die beiden optisch ähnlichen Wildpflanzen sind geschmacklich verschieden: Wer den leicht medizinischen Geschmack der Kamille mag, streut frische oder getrocknete Blüten in die Suppe oder macht einen feinen Tee. Das Gänseblümchen passt mit seinem nussigen Geschmack gut in den Salat und auch zu Süssspeisen.
  • Rosenblätter: Vielseitig verwendbar sind Duftrosenblätter. Nicht nur allein als Deko sind sie willkommen: Ob Rosenlikör, Rosenwein, Ro­sensirup, Rosenkonfitüre – erstaunlich, wie leicht der betörende Blütenduft eingefangen und an den Gaumen weitergegeben wird. Die genannten Produkte sind einfach herzustellen.
  • Wiesenschaumkraut: Schmeckt nach Pfeffer – herrlich mit Kresse auf einem Butterbrot! Für Salat das Wiesenschaumkraut kopfüber in Wasser tauchen und hin und her schwenken. Wasser wechseln und den Vorgang wiederholen, bis der Schaum komplett abgespült ist. Abtropfen lassen und die Blüten von den Stängeln zupfen.
  • Wegwarte & Kornblume: Ihre leuchtend blauen Blütenblätter erinnern an die letzten Ferien am Meer. Beide sind willkommen zum Garnieren von Fisch­gerichten. Getrocknete Kornblumenblüten im Zucker oder in einem edlen Fleur de Sel sind ein bunter Blickfang. Bei der Wegwarte wird auch die Wurzel verwendet, etwa für Tee.

Text & Bilder: Elisabeth Gertsch

Diese Blüten dürfen auf den Teller

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