Zimmerpflanzen richtig pflegen

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Zimmerpflanzen richtig pflegen

Zimmerpflanzen bedürfen im Winter einer besonderen Pflege: Die Heizungsluft und das geringe Licht während der kalten Jahreszeit machen den meisten Exoten zu schaffen. Die Initiantinnen  des «Botanica Pflanzenfestival» Myrta Holinger, Carla Boschung, Scarlet Allenspach und Valérie Ziegler verraten ihre Tipps, um Zimmerpflanzen richtig zu pflegen.
Wie oft soll man giessen?

Während die Zimmerpflanzen im Sommer etwa zweimal pro Woche Wasser erhalten, sollte es im Winter weniger sein. Wer unsicher ist, kann ein Holzstäbchen wie beim Kuchenbacken nehmen und das Stäbchen in die Erde stecken. Klebt die Erde am Stab, ist sie noch feucht. Bleibt sie nicht kleben, ist die Erde trocken und es muss gewässert werden.

 

Wie wird richtig gegossen?

Um Zimmerpflanzen richtig zu pflegen, ist das korrekte Giessen essentiell. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seine Pflanzen zu wässern. Am häufigsten verbreitet ist die «Giesskannentaktik» von oben. Eine andere Taktik ist das Tränken der Pflanze: Man füllt einen Kübel mit Wasser, drückt den Plastiktopf bis etwa 1 cm unter die Wasseroberfläche und wartet, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wenn das passiert, weiss man, dass die ganze Erde mit Wasser vollgesogen ist und man nun länger warten kann, bis man das nächste Mal giesst. Eine Zwischenlösung zwischen der Tränk- und der Giesskannentaktik ist das Giessen mit dem Wasserhahn. Dabei hält man den Topf direkt unter den Hahn (bei grösseren Pflanzen unter den Duschkopf) und wartet, bis das Wasser kräftig unten herausläuft. Anschliessend kann man ebenfalls wieder länger mit Nachgiessen warten.

 

So finden Sie Ihre Lieblingspflanze

Lieblingspflanzen sind sehr individuell – es gibt Leute, die haben eine Vorliebe für spezielle Pflanzengattungen und besitzen viele unterschiedliche Arten und Sorten davon. Wieder andere legen Wert auf verschiedene Formen und Farben, die sich ergänzen, oder spielen mit verschiedenen Pflanzengrössen. Zudem kommt es auf den Standort an – auf einem Gestell oder Sideboard kommen Efeututen oder Hängepflanzen besonders schön zur Geltung. Wer eine dunklere Ecke aufpeppen will, wählt vielleicht besser eine Sansevieria und bei hellen Standorten eine Strelitzie. Am Ende wird wohl jede Pflanze, die man lange hegt und pflegt, zur Lieblingspflanze.

 

Muss ich meine Pflanzen düngen?

Weniger ist mehr! Wenn man seine Pflanze umgetopft hat, sollte man auf keinen Fall flüssig düngen, denn in diesem Moment hat die Pflanze neue Erde und Nährstoffe und sollte sich mit ihren Wurzeln auf die Suche danach machen. So wird der Topf schnell und gesund durchwurzelt. Anschliessend gilt die Faustregel: einmal im Monat – es ist aber auch möglich, weniger oft zu düngen. Das kommt auf den Dünger, die Pflanze, den Standort und den Zeitpunkt des letzten Umtopfens an. Am besten lässt man sich in einem Fachgeschäft beraten. Im Winter muss man nicht düngen, da die Pflanze wegen des Lichtmangels wenig vegetatives Wachstum hat. Die letzte Düngergabe ist etwa im November – und man fängt Mitte Februar oder Anfang März wieder an.

 

Darf ich im Winter lüften?

Wichtig ist, dass man nicht zu lange lüftet. Ab und zu kurz stosslüften, schadet den Pflanzen nicht. Je näher die Pflanze am offenen Fenster steht, umso kürzer sollte die Lüftungszeit sein. Aber Achtung: Herrschen draussen Minusgrade, können empfindliche Pflanzen Schaden nehmen.

 

Was tue ich gegen Trauermücken?

Um den Zyklus der Trauermücken zu durchbrechen, braucht es einen langen Atem. Um die adulten Mücken zu minimieren, gibt es Klebetafeln. Die Trauermücken werden durch die gelbe Farbe angelockt und bleiben daran kleben. Damit die Schädlinge ihre Eier weniger gut ablegen können, sollte man die Erdoberfläche gut abtrocknen lassen. Gegen die Larven, die sich in der Erde befinden, setzt man Bakterien oder Nematoden ein, beides sind effektive biologische Bekämpfungsarten. Die Larven ernähren sich von abgestorbenem Pflanzengewebe – wenn die Pflanze gesund ist, können sie relativ wenig Schaden anrichten. Fazit: Trauermücken nerven, sind aber, wenn sie nicht zu zahlreich werden und die Pflanze nicht zu viel gewässert wird, nur bedingt gefährlich.

 

Diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Zimmerpflanzen richtig pflegen wollen:
  • Eine Pflanze zu kaufen, die man schön findet, ohne sich vorher mit dem möglichen Standort und der Pflege auseinandergesetzt zu haben: Standort und Pflegebedarf variieren je nach Pflanze beträchtlich und sollten in den Kaufentscheid einfliessen. Am falschen Ort sehen die Pflanzen nie richtig schön aus.
  • Zu viele Pflanzen auf einmal kaufen: Pflanzen brauchen Pflege, manche weniger, andere viel. Überfordern Sie sich nicht mit zu vielen Pflanzen; fangen Sie lieber mit einer einfachen Pflanze an und steigern sich dann bis zum Regenwald.
  • Pflanzen in ein geschlossenes Gefäss eintopfen: Wenn kein Abfluss gewährleistet ist, beginnen die Pflanzen schnell zu faulen. Man hat kein Gefühl, ob man zu viel oder zu wenig gegossen hat, ausser das Gefäss wurde speziell für diese Art der Bepflanzung konzipiert.

 

Text: Stefanie Stäuble    Foto: zVg.

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