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Wolle für den Garten

Schafwolle im Garten

Wolle für den Garten

Schafwolle ist ein faszinierendes Material. Die Wolle wirkt wärmeisolierend und temperaturausgleichend. Das Tüpfelchen auf dem i: Sie nimmt Wasser auf, ohne sich nass anzufühlen – vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für den Garten also.

Düngung und Wasserspeicherung
Bewährt ist die Verwendung von Schafwolle als Dünger. Sie enthält etwa 10 % Stickstoff, 5 % Kalium, 2 % Schwefel sowie Magnesium und Kalzium. Diese Pflanzennährstoffe werden beim Abbau der Wolle im Boden kontinuierlich pflanzenverfügbar – die Abbauprozesse dauern zwischen 1 und 3 Jahren. In Bezug auf den Nährstoffgehalt ähnelt Schafwolle dem Düngemittel Hornspäne. Doch Schafwolle kann ein Vielfaches an Wasser aufnehmen und dieses später langsam an die Pflanzen abgeben. Das hilft, Trockenstress zu vermeiden. Am einfachsten ist die Düngung mit Schafwollpellets. Die Schafwolle wird zerkleinert, hygienisiert und unter hohem Druck zu Pellets gepresst. Schafwollpellets können direkt in die Pflanzlöcher gegeben oder auf Pflanzflächen ausgestreut und dann leicht eingearbeitet werden. Nach dem Ausbringen sollte man kräftig wässern, um die Düngewirkung der Pellets zu aktivieren. Auch unbehandelte Rohwolle kann im Garten zur Bodenverbesserung ausgebracht werden – es empfiehlt sich aber, die Wolle vorher zu zerkleinern. Das gelingt durch Zerrupfen und anschliessendes Zerschneiden mit einer Textilschere. Die Düngewirkung und Wasserspeicherung wird auch bei Schafwollmatten genutzt, die in Pflanzsubstrate integriert werden.

Abdeckung und Frostschutz
Schafwollvliese können auf Bodenoberflächen gelegt werden, um das Wachstum von Wildkräutern zu hemmen und die Böden vor dem Austrocknen zu schützen. Solche Vliese helfen auch, Nutzpflanzen wie Salat, Kürbis und Zucchetti sauber zu halten. Für Kübelpflanzen und kleine Obstbäume gibt es ausserdem kreisförmige Mulchscheiben aus Schafwolle. Gegenüber Mulchvliesen und Mulchscheiben aus Kunststoff hat Schafwolle den Vorteil, Wasser zu speichern und biologisch abbaubar zu sein. Allerdings werden beim biologischen Abbau Nährstoffe freigesetzt, von denen auch unerwünschte Wildkräuter profitieren können. Die wärmeisolierende Wirkung der Schafwolle hilft im Frühling, empfindliche Keimlinge, Setzlinge und Jungpflanzen vor Spätfrosten zu schützen. Dafür eignen sich dünne Schafwollvliese mit Grammaturen von 150 g/m². Dickere Schafwollmatten mit z.B. 500 g/m² schützen frostempfindliche Pflanzen im Winter. Die Isolationswirkung und die Durchlässigkeit für Luft und Wasserdampf sind eindeutige Vorteile dieser Matten.

Risiken und Nebenwirkungen
Schafwolle ist kein Allheilmittel und in manchen Situationen sollte man besser darauf verzichten. Ungünstig ist sie etwa für saure Substrate bevorzugende Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien und Heidelbeeren, denn ­das Ausbringen der Schafwolle führt zu einer Erhöhung des ­pH-Werts. Der Geruch wirkt auf manche Tiere wie Füchse anziehend, während er Rehe und Rotwild sowie Wühlmäuse eher abschreckt. Zur Wirksamkeit von Schafwolle als Schneckenschutz gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Es lohnt sich deshalb umso mehr, selber mit diesem faszinierenden Material zu experimentieren und Erkenntnisse im eigenen Garten zu gewinnen.

TEXT Philipp Mayer   FOTO Envato

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