Weiss-grüne Vielfalt

Weiss-grüne Vielfalt

Die Merian Gärten erfreuen Spaziergänger im Winter mit dichten Teppichen aus Schneeglöckchen. Im Verborgenen blüht noch etwas Spezielleres: eine öffentlich zugängliche, wissenschaftlich geführte Sammlung von Schneeglöckchensorten, die in der Schweiz einzigartig ist.

Wenn in den Merian Gärten in der Nähe des St. Jakob-Stadions in Basel die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, kann man entlang der Gehölzränder dichte Schneeglöckchenteppiche von Galanthus nivalis und G. elwesii bewundern (Bild: G. elwesii ‘Daphne’s Scissors’). Das ist aber nur ein Teil der Pracht. Seit einigen Jahren befindet sich in den Merian Gärten auch eine öffentlich zugängliche Schneeglöckchensammlung im Aufbau. Anders als bei den Pflanzen auf den Wiesen ist hier die Sortenreinheit zentral. Um diese zu gewährleisten, gibt es ein paar Tricks: Die Pflanzen werden nach Sorten getrennt in im Boden versenkte Wasserpflanzenkörbe gesetzt. Dies hat mehrere Vorteile: Die Zwiebeln können sich nicht mit jenen anderer Sorten vermischen und sind einfach zu finden, wenn sie alle paar Jahre nach dem Blatt­einzug geteilt werden. Dank der Zwischenräume im Pflanzenkorb können sich die Wurzeln im Erdreich ausbreiten und Bodenlebewesen können ebenfalls hineingelangen. Wühlmäuse müssen hingegen draussen bleiben. Vor allem aber entfernen die Gärtner allfällige Samenkapseln, damit sich keine Hybriden bilden. Denn Schneeglöckchen spannen gerne Ameisen für ihre Ausbreitung ein. Es braucht bei aus Samen gezogenen Schneeglöckchen allerdings 5 bis 7 Jahre bis zur Blüte. Vorher zeigt sich Jahr für Jahr nur Blattgrün. Kein Wunder, dass man in den Gärtnereien keine Samen, sondern Zwiebeln verkauft.

Schneeglöckchen brauchen Ruhe
Und wie kommen Hobbygärtner zu solch prächtigen Schneeglöckchenteppichen? Am besten gedeihen sie, wenn man ihnen ihren grössten Wunsch erfüllt: sie einfach in Ruhe lassen. Das heisst, der Boden wird nicht regelmässig gelockert. Wer Zwiebeln an befreundete Gärtner verschenken will, wartet mit dem Ausgraben am besten, bis sich das Grün eingezogen hat. Dann gelingt auch das Um­pflanzen optimal. Bei Zwiebeln aus dem Gartencenter sollte man darauf achten, dass sie noch frisch sind, also glatt und saftig aussehen. Sonst treiben sie nicht aus.

Text: Alexandra v. Ascheraden   Bild: Merian Gärten

0 Kommentare
Beitrag teilen
Schlagwörter:
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen