Wassergärten für Balkon und Terrasse

Wassergärten für Balkon und Terrasse

Auch wenn man nur über einen Balkon oder eine Terrasse verfügt, muss man auf das beruhigende Plätschern von Wasser nicht verzichten. Wie wäre es also mit einem Miniteich oder einem Brunnen, der zudem zum Eyecatcher wird?

Wasser gehört zweifellos zu den schönsten Gestaltungselementen, auch auf kleinem Raum. Das wichtigste Kriterium für einen Balkon-Miniteich ist der Standort. Insbesondere Richtung Süden oder Westen ausgerichtete Terrassen können sich an sonnigen Juli- oder Augusttagen extrem aufheizen – und damit auch das Wasser im Miniteich. Ohne Pumpe bilden sich rasch Algen. Fischt man diese nicht laufend ab, wird das Wasseridyll bald zu einer unangenehm riechenden Kloake. Zudem sind heisse, geschützte Lagen ein idealer Lebensort für Schädlinge wie Weisse Fliegen oder Spinnmilben. Auch Krankheiten können die Pflanzen an einem zu heissen Platz in Beschlag nehmen. Vor allem der Echte Mehltau nistet sich gelegentlich auch bei Wasserpflanzen ein. Um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen, sollten bepflanzte Brunnen oder Miniteiche deshalb an einem gut durchlüfteten, halbschattigen Standort platziert werden.

Das richtige Gefäss

Ob Holzbottich oder Zinkwanne, ein edles Steinbecken, glasierte Steingut- oder raue Zementgussschalen bis hin zu Kunststoffgefässen – alles ist erlaubt. Da Gefässe aus Plastik im Gegensatz zu den anderen Varianten relativ leicht sind, lassen sie sich auch einfacher transportieren. Denn bepflanzt und mit Wasser gefüllt, können die Becken sehr schwer werden. Denn je grösser das Gefässvolumen, desto besser sind die Voraussetzungen für die Pflanzen und die Wasserqualität. Wird zusätzlich eine Pumpe eingesetzt, ist das laufend bewegte und somit sauerstoffversorgte Wasser deutlich weniger anfällig auf die sogenannte «Algenblüte», ein dichter Algenteppich. Im Fachhandel gibt es Pumpen mit vielfältigen Aufsätzen und Lichtspielen, die entweder am Netz angeschlossen oder durch Sonnenenergie gespeist werden.

Im Reich der Wasserpflanzen

Wählen Sie der Teichtiefe und -grösse angepasste Pflanzen, die in Pflanzkörbe gesetzt werden. Diese werden mit Kies aufgefüllt. Ist das Wasser für die Pflanzen zu tief, so können Sie den Pflanzkorb mit rostfreien Metallhaken an den Gefässrand hängen. Wie bei grossen Teichen sollte auch hier darauf geachtet werden, dass nach dem Setzen noch mindestens die Hälfte der Wasseroberfläche frei bleibt, damit die Pumpe optimal funktioniert. Es reicht völlig, wenn man sich bei einem Gefäss von 50 cm Ø auf Zwerg-Seerose (Nymphaea tetragona), Morgenstern-Segge (Carex grayi) oder Zwerg-Rohrkolben (Typha minima) beschränkt. Auch weisses Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) und Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Herzförmiges Hechtkraut (Pontederia cordata) mit seinen blauen Blütenkerzen, die gelbe Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudocarus) und die Japanische Sumpf-Schwert­lilie (I. ensata) in vielen Farben, die bei uns jedoch nur bedingt frosthart ist, sind Varianten. Ergänzt werden sie mit wasserklärenden Seggen (Carex), Binsenarten (Juncus) und Tannenwedel (Hippuris vulgaris). Nebst der Zwerg-Seerose eignen sich auch Schwimm­pflanzen wie Seekanne (Nymphoides peltata) oder der bei uns nicht winterharte Wassersalat (Pistia stratiotes) für ein mittelgrosses Gefäss.

Keine Frostbeulen

Ist der Standort optimal gewählt, hält sich auch der Pflegeaufwand in Grenzen. Bei Bedarf füllen Sie Wasser nach und entfernen Verblühtes oder abgestorbene Pflanzenteile. Breiten sich die Pflanzen zu rasant aus, so steht eine Teilung an. Da die Gefahr besteht, dass das Wasser in kleinen Becken im Winter rasch durchfriert, müssen diese unbedingt geleert werden, um Frostschäden zu vermeiden. Die Pflanzen überwintern Sie in einem Gefäss mit Wasser an einem frostfreien, jedoch kühlen Ort knapp über dem Gefrierpunkt – oder aber der bepflanzte Teich wandert einfach an den Überwinterungsort.

Text & Bild: Brigitt Buser

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