Trügerische Schönheit: Invasive Neophyten

Invasive Neophyten
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Trügerische Schönheit: Invasive Neophyten

Invasive Neophyten handelt es sich um gebietsfremde Arten, die ursprünglich als dekorative Gartenpflanzen eingeführt wurden. Sie verwildern und verdrängen die heimische Flora. Mit Know-how und etwas Ausdauer lassen sie sich aber problemlos entfernen.

Durch Wurzelsprosse und -ausläufer oder extrem viele, teilweise ausschleudernde Samen gehen invasive Neophyten rasch auf Wanderschaft und nehmen dabei so stark Überhand, dass sie einheimische Pflanzen verdrängen, unser Landschaftsbild verändern und dabei Böden destabilisieren oder Erosionen fördern. Aber auch Bauten des Hochwasserschutzes oder des Verkehrs können in Mitleidenschaft geraten – einige Arten gefährden sogar die Gesundheit von Mensch und Tier. Deshalb sind der Verkauf und die Kultivierung der folgend genannten Pflanzen schweizweit verboten. Da ihre Samen knapp 6 Jahre keimfähig sind und kleinste im Boden verbleibende Wurzelsprosse oder Ausläufer rasch wieder austreiben, sind laufende Kontrollen unumgänglich. Entfernte Problempflanzen dürfen keinesfalls kompostiert, im Grüncontainer oder in der Natur entsorgt werden, sondern wandern in den Hauskehricht.

Nordamerikanische Goldruten (Solidago gigantea und Solidago canadensis)

Beide Arten bilden rasch unterirdische Ausläufer und verbreiten sich in kürzester Zeit über grosse Flächen. Da sie nur oberflächlich wurzeln, lassen sie sich relativ leicht durch rigoroses Ausreissen entfernen.

Alternativen sind Johanniskraut (Hybericum perforatum) und Goldaster (Erigeron chrysopsis)

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Die einjährige, rasch wachsende Pflanze stammt ursprünglich aus dem westlichen Himalaya und nimmt mit fast jedem Boden vorlieb. Glücklicherweise lässt sie sich sehr einfach durch Ausreissen entfernen – dies jedoch unbedingt vor der Samenbildung, da sich diese durch einen Schleudermechanismus relativ weit verbreiten.

Alternativen sind Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) und Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Beheimatet ist die mehrjährige Staude im Kaukasus. Sie kann bis zu 4 m hoch werden und pro Saison bis zu 1000 Samen produzieren. Vorsicht: Bei Hautkontakt kann es zu Verätzungen kommen. Daher beim Entfernen Schutzkleidung tragen.

Alternativen sind Grosse Bibernelle (Pimpinella major) und Engelwurz (Angelica sylvestris)

Japanischer Knöterich (Fallopia japonica)

Unter dem Blätterdach der bis zu 3 m hohen, aus Ostasien stammenden, mehrjährigen Pflanze verkümmert jede noch so gut etablierte Vegetation. Eine dauerhafte Ausrottung ist nur durch rigoroses Entfernen aller Wurzelstücke garantiert.

Alternativen sind Wald-Geissbart (Aruncus dioicus) und Mädesüss (Filipendula ulmaria)

Essigbaum (Rhus typhina)

Das aus Nordostamerika stammende Gehölz bildet durch Wurzelsprosse so undurchdringliche Dickichte, dass andere Pflanzen rigoros verdrängt werden. Eine erfolgreiche Entfernung gelingt nur durch das Ausgraben sämtlicher Sprosse. Oder man kann die Rinde etwa 30 cm breit bandartig entfernen (Ringeln), worauf der Baum mitsamt den Wurzeln langsam abstirbt.

Alternativen sind Liguster (Ligustrum vulgare) und Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

 

Text: Brigitt Buser

Fotos: Brigitt Buser, Heiner Rambold, pxhere

Invasive Neophyten in der Schweiz

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