So wird der Balkon zum Mini-Ökosystem
Es braucht keinen grossen Garten, um etwas für die Biodiversität zu tun; oft reicht schon ein einzelnes Gefäss. Richtig bepflanzt, wird es zur Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten.
Der Schlüssel liegt nicht in der perfekten Pflanze, sondern in der richtigen Kombination: Unterschiedliche Blütenformen und -höhen sowie Blütezeiten sorgen dafür, dass über viele Monate hinweg Nahrung bereitsteht. Frühblüher wie Vergissmeinnicht oder Kuhschelle bringen die ersten Farbtupfer in unser Gefäss. Im Sommer übernehmen aromatische Pflanzen wie Thymian, Salbei oder Fenchel – und sorgen für Duft und Struktur im Balkongarten. Spätblüher wie Nachtviole oder Wasserminze verlängern die Saison bis in den Herbst. Das Gefäss darf dabei ruhig etwas wilder wirken: Hohe Gräser wie Zittergras geben Leichtigkeit, während niedrig wachsende Pflanzen wie Frauenmantel oder Wermut die Erde bedecken. Dazwischen setzen Blüten wie Storchschnabel oder Nelkenwurz gezielte Akzente. So entsteht ein kleines, lebendiges System. Es summt und verändert sich mit den Jahreszeiten. Und aus ein paar Gefässen wird ein kleiner, kostbarer Lebensraum.
1.
Wählen Sie ein Pflanzgefäss mit Abzugslöchern, in unserem Beispiel «Bacsac» à 10 Liter und 1 à 25 Liter. Diese flexiblen Pflanzsäcke lassen überschüssiges Wasser abfliessen, fördern ein gesundes Wurzelklima und eignen sich ideal für den Balkon. Geben Sie in Pflanzgefässen ab 25 Litern Fassungsvolumen unten eine Schicht Blähton oder Tonscherben hinein. So kann überschüssiges Wasser gut ablaufen und Staunässe wird vermieden. Ein Vlies trennt die Drainageschicht von der Erde.
2.
Füllen Sie den Topf mit Erde. Achten Sie auf eine torffreie, strukturstabile Erde mit guter Wasserspeicherung. Wildblumen und Stauden bevorzugen meist eher nährstoffarme Substrate. Zu nährstoffreiche Erde fördert das Blattwachstum, aber es gibt weniger Blüten.
3.
Nehmen Sie die Pflanzen vorsichtig aus den Töpfen, brechen Sie die Wurzelballen leicht auf und setzen Sie sie so tief ein, wie sie vorher im Topf standen.
4.
Stellen Sie die Pflanzen zuerst probeweise in den Topf: höhere Arten nach hinten oder in die Mitte, niedrigere an den Rand. Achten Sie auf unterschiedliche Höhen, Blütenformen und Blütezeiten. Füllen Sie die Zwischenräume mit Erde auf und drücken Sie alles leicht an, damit die Pflanzen guten Bodenkontakt haben.
5.
Giessen Sie den Topf nach dem Pflanzen gründlich an. Gerade kleine Balkongefässe trocknen im Sommer schnell aus und müssen an heissen Tagen teilweise täglich gegossen werden – am besten am Morgen. Wichtig ist dabei der Fingertest: Stecken Sie den Finger 3 bis 4 cm tief in die Erde. Ist sie dort noch feucht, ist es noch nicht nötig zu giessen. Fühlt sie sich trocken an, ist es Zeit für Wasser. Tipp: Beim Giessen ist Geduld gefragt. Trockene Erde kann Wasser oft nicht sofort aufnehmen – es fliesst sonst einfach unten wieder heraus. Deshalb lieber in mehreren Durchgängen giessen: Giessen – kurz warten – nochmals giessen.
6.
Bestücken Sie ein Metallgefäss nach dem Vorbild des Waldes: Tontöpfchen mit Tannzapfen sowie Strukturmaterial wie Moos oder Holzhäcksel. Beschriften Sie die Pflanzen mit hübschen Pflanzenschildern, z.B. kleinen Schiefertäfelchen.





