Silberpflanzen im Garten
Silbrig schimmernde Blattschönheiten sorgen für eine kühle Atmosphäre im Garten. Ideal, wenn alles unter der Sommerhitze leidet – denn besagte Pflanzen sind erst noch an trockenheisse Standorte angepasst. Höchste Zeit also für Silberpflanzen im Garten.
Silber ist eine fast neutrale Farbe, ähnlich wie Weiss, wenn auch nicht so hell und auffällig. Im Garten kann silbernes Laub als Hintergrund eingesetzt werden: Im Gegensatz zu grünen Blättern bringen jene mit glänzendem Schimmer die Blüten von unten oder von hinten zum Leuchten. Sie harmonieren wunderbar mit Blau und Violett, aber auch mit Pink- und Fliedertönen. Wie weisse Blüten können die schimmernden Blattschmuckpflanzen nicht wirklich zusammenpassende Töne wie Rosa und Gelb in einem Beet auseinanderhalten und wirken als Puffer zwischen den Farben sogar effektiver als grünes Laub. So vermag selbst in einem kunterbunten Beet eine Umrandung mit Silberpflanzen Ruhe in die Gestaltung zu bringen. Spannende Kontraste lassen sich auch zwischen kühlen Silbertönen und dunklen Laubschmuckpflanzen zaubern.
Besonders edel: Silber und Weiss
Silbrige Blätter sind darüber hinaus die perfekte Ergänzung für lichte Bepflanzungen mit Crème-, Babyblau- und Rosatönen, da sie die Pastellfarben heller erscheinen lassen. Besonders edel wirken die wie das Mondlicht schimmernden Blattschmuckstauden zusammen mit weiss blühenden Pflanzen. Das silbrig schimmernde Laub verstärkt nicht nur den Eindruck von Leichtigkeit, den die weissen Blüten vermitteln; sein Farbton zwischen Weiss und Grün mildert auch die sonst eher harten Kontraste zwischen den hellen Blüten und ihren grünen Blättern.
Ton in Ton: eine Herausforderung
Eine ausschliesslich silberne Bepflanzung auf relativ kleinem Raum kann zweifellos ihren Reiz haben, ist aber auf starke Kontraste in Form und Textur angewiesen. Damit die Gestaltung nicht bloss langweilig und «staubig» wirkt, ist besonderes Gestaltungsgeschick nötig. Ein silberner Garten wird jedoch von einem weniger puristischen Ansatz profitieren: Ein paar blau oder violett blühende Stauden oder solche mit blaugrünem Laub wie Weinraute (Ruta graveolens) oder Blauschwingel (Festuca glauca) eingestreut, und schon wird das Silberbeet zu einer kühlen, harmonischen Bepflanzung mit abwechslungsreichen Farbschattierungen.
Silber liebt es trocken und heiss
Bei der Verwendung von silberblättrigen Pflanzen gilt es zu bedenken, dass die meisten von ihnen aus aridem, also trockenem Klima stammen und daher niederschlagsarme und sonnige Bedingungen bevorzugen. Wer Silberpflanzen in seinen Garten setzt, braucht daher selbst im heissesten Sommer nicht zur Giesskanne zu greifen. Auch den Dünger können Sie sich sparen, da die Sonnenanbeter meist nicht nur Trocken-, sondern auch Hungerkünstler sind. Ein vollsonniges Plätzchen versteht sich von selbst – nicht nur, weil die Pflanzen ausschliesslich dort ordentlich gedeihen, sondern auch, weil ihr Glanz nur bei Sonnenlicht wirklich gut zur Geltung kommt. Im Schatten verwandelt sich das Edelmetall alsbald in ein fades Bleigrau – was zwar auch seinen Reiz haben kann, insbesondere bei modern gestalteten Gärten. Doch alles, was glitzert und glänzt, braucht nun einmal Licht, um seine Wirkung voll entfalten zu können.
TEXT Kristina Kugler FOTO Elke Borkowski
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