Schnecken bekämpfen ohne Gift

Schnecken bekämpfen ohne Gift
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Schnecken bekämpfen ohne Gift

Die meisten Schnecken, die durch unsere Gärten schleichen, haben gar kein Interesse an jungen Salatpflanzen – und prompt bemerken wir nicht einmal, welche Vielfalt sich da in Beet und Wiese tummelt. Schneckenkörner streuen muss man also nicht. Wer Schnecken trotzdem bekämpfen will, kann das auch ohne Gift.

Gescheckt, mit oder ohne Haus, schlank oder pfundig: Die Schnecken in unseren Gärten kriechen ganz unterschiedlich daher. Die meisten sind weder an unseren Gemüsesetzlingen noch an den ersten Blättchen der Dahlien interessiert.  Jene, die unseren Pflanzen an den Kragen wollen, lassen sich mit einfachen Massnahmen vertreiben – ganz ohne Gift.

 

Schnecken bekämpfen ohne Gift

Die Malakologin Estée Bochud, die am Naturhistorischen Museum Bern zu Schnecken und Muscheln forscht, gibt Tipps gegen Nachtschnecken:

– Wilder Garten: Massive Probleme mit Nacktschnecken gibt es fast nur, wenn natürliche Gegenspieler keine Chance haben. Ein extrem aufgeräumter Garten, in dem Strukturen wie Laub- und Asthaufen fehlen, bietet keinen Unterschlupf für Schneckenfresser wie Igel, Vögel, Laufkäfer und Blindschleichen. Die Schädlinge nehmen dort leicht überhand. Da hilft dann auch Gift auf Dauer nicht. Nur eine verbesserte Struktur entschärft die Situation dauerhaft. Auf diese Weise pendelt sich ein Gleichgewicht ein und die Schäden lassen sich mit einfachen Massnahmen gut eindämmen.

– Schneckenzäune: Für Gemüsekulturen eignen sich Schneckenzäune, die eine nach aussen gebogene Kante haben. Einzelne Pflanzen kann man mit Schneckenkragen schützen. Die Umgebung regelmässig kontrollieren – hohes Gras oder hereinragende Zweige können den Schnecken als Brücke dienen.

– Bretter und Rhabarberblätter: Die einfachste Methode, um lästige Nacktschnecken einzudämmen, sind Bretter, Rhabarberblätter oder die Schalenhälften ausgepresster Orangen. Diese auslegen und konsequent morgens und abends kontrollieren. Ungewünschte Nacktschnecken verkriechen sich gern darunter und können gezielt eingesammelt werden. Was aber tun mit all den Spanischen Wegschnecken? Am besten wirft man sie auf einen weitab vom Gemüsebeet angelegten Komposthaufen, wo sie mit dem vorhandenen Pflanzenmaterial ausreichend beschäftigt sind. Beim Ausbringen des Komposts muss man aber auf Eier und Jungschnecken achten. Oder man greift zu rasch wirkenden Tötungsmethoden, entweder durch Einfrieren oder indem man kochendes Wasser über die Schnecken giesst.

– Richtig wässern: Ein einfacher, aber sehr wichtiger Tipp – bei grossem Nacktschneckenandrang keinesfalls abends die Pflanzen oder den Rasen wässern. Das erleichtert Schnecken den Zugang zu den Beeten. Stattdessen die frühen Morgenstunden zum Giessen nutzen und die Pflanzen gezielt wässern, und nicht das ganze Beet.

 

Tigerschnegel

Der Tigerschnegel (Limax maximus) ist der beste Freund der Gärtnerin – er frisst keine Salatpflanzen, sondern waltet als Polizist im Garten und vertilgt die Eier anderer Schneckenarten, Aas, Kot, Pilze und totes Pflanzenmaterial.

Steinpicker

Das flache Häuschen des Steinpickers (Helicigona lapicida) erlaubt es ihm, sich tagsüber in schmale Spalten zurückzuziehen.

Haarschnecken

Haarschnecken (Trochulus sp.) geben mit ihrem auffälligen Äusseren Rätsel auf. Wozu die Haare dienen, ist noch nicht vollständig geklärt.

Weinbergschnecken

Die Gehäuse der Weinbergschnecken (Helix pomatia) sind rechtsgewunden. Linksgewundene sind extrem selten und werden als «Schneckenkönig» bezeichnet. Allerdings haben die Könige keine Chance, sich zu vermehren – ihre Fortpflanzungsorgane sind, genau wie ihr Haus, gegengleich zu den anderen Schnecken ausgebildet. Sie liegen daher auf der falschen Seite.

Spanische Wegschnecken

Die gefrässige Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) macht den Gemüsegärtnern das Leben schwer. Sie sondert so viel und so bitteren Schleim ab, dass sie kaum Fressfeinde hat. Laufenten vertilgen sie, aber noch mehr ihre Eier. Das ist auch gut so, denn nach der Paarung wird jede dieser Schnecken 200 bis 500 Eier im Boden ablegen.

 

Fotos: Estée Bochud & Bettina Haefliger Photography

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