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Schlanke Sorten für wilde Hecken

Gehoelz

Schlanke Sorten für wilde Hecken

Wenig Platz ist ein Argument, das für schlanke Gehölzsorten spricht: Dank ihrer Eleganz und Formschönheit empfehlen sie sich aber auch als unverhoffte Abwechslung in allen möglichen Gestaltungen.

Ein aufrechtes Pflanzenelement vereint Himmel und Erde, bricht Monotonie auf und kreiert ein bisschen Spannung. Grosse, offene Flächen oder streng ausgerichtete Hecken werden mit aufstrebenden Gehölzen belebt – am besten in Gruppen von ungerader Zahl gepflanzt. Denn eine an und für sich wilde Hecke im Hausgarten kann zuweilen etwas uninspiriert daherkommen, da oft dieselbe Handvoll Gehölze zum Einsatz kommt. Hier bieten sich die schlanken Sorten des Schwarzen Holunders an, um mit Struktur und Farbe ein ansehnliches Bild zu schaffen. Der grüne Säulen-Holunder (Sambucus nigra ‘Green Tower’) baut sich gemächlich zu einem «grünen Turm» auf und schafft über die Jahre eine verspielte Aststruktur. Sein Pendant ist der dunkellaubige Säulen-Holunder (S. nigra ‘Black Tower’), der mit dunkelrot gefärbtem Laub und rosa angehauchten Blüten begeistert. Früchte und Blüten beider Sorten können verarbeitet werden, Bienen und Vögel haben an ihnen ihre liebe Freude. Alle Holunder bevorzugen schattige, halbschattige oder zumindest nicht zu heisse Standorte. In der sonniger gelegenen Wildhecke sind dafür die aufrechten Zieräpfel glücklich. Die Bezeichnung «Zier»-Apfel wird eigentlich nur verwendet, um die den wilden Äpfeln näheren, kleinfruchtigen Sorten und Auslesen klar vom grossfruchtigen Kultur-Apfel wie Boskoop, Gala oder Gravensteiner zu unterscheiden. Denn Sorten wie Malus ‘Adirondack’ sind mit ihrer reichen Blüte, dem kompakten, aufrechten Wuchs und den orangeroten, kleinen Früchten nicht nur schön anzusehen. Die offenen Blüten werden von verschiedenen Insekten angeflogen, die Früchte – meist erst nach Frosteinwirkung – von Vögeln gefressen. ‘Adirondack’ ist ausserdem besonders robust gegenüber Rost, Schorf und Feuerbrand. Etwas bauchiger kommt die Sorte ‘John Downie’ daher, die von allen «Zier»-Äpfeln als die schmackhafteste gilt. Denn ja, auch diese Äpfel sind essbar, meist aber recht bitter und dafür gesund – der ‘John Downie’ kommt da etwas zahmer daher. Beide Sorten können durch gezielten Schnitt in ihrem aufrechten Wuchs unterstützt werden. Auch noch zu erwähnen ist der wunderschöne, allerdings recht selten erhältliche Woll-Apfel (Malus tschonoskii), der – wird er nicht geschnitten – 8 bis 10 m gross werden kann. Doch gerade in der Jugend besticht er mit seinem säulenartigen Wuchs, dem wolligen Austrieb, den weissen Blüten, grossen, rotgelben Früchten und feuriger Herbstfärbung. Vom Apfel führt der Weg zur Birne: In diesem Fall zur Felsenbirne, deren Frucht eigentlich mehr an eine Heidelbeere erinnert. Neben den oft gepflanzten grossen Arten wie Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), die mitunter 5 bis 6 m erreicht, gibt es auch wunderschöne kleinere Varianten dieses attraktiven Gehölzes. Die Säulenfelsenbirne (A. alnifolia ‘Obelisk’) besticht durch ausgesprochen himmelwärts orientierte Triebe, die viele Jahre lang richtig schlank bleiben. Auch sie kann im Alter etwas ovaler werden, doch das dauert. Weisse Blüten, eine feurige Herbstfärbung und essbare Früchte machen die Felsenbirne zu einem begehrten Gehölz für Auge und Natur, wobei ‘Obelisk’ die schönste Säulensorte ist.

TEXT  & FOTO Simon Rösti

 

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