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Rosen für Rosenbögen

Rosen für Rosenbögen

Rosen für Rosenbögen

Am Anfang stand der Wunsch nach einem Rosenbogen zum Geburtstag. Die Generalprobe folgte erst danach – welche Sorte eignet sich überhaupt? Wir haben bei Spezialistinnen nachgefragt: Welches sind die besten Rosen für Rosenbögen?

«Was wünschst du dir zum Geburtstag?», gehört zu meinen absoluten Lieblingsfragen. Zum 50. wünschte ich mir, bescheiden wie ich bin, einen neuen Gartenboden. Im Jahr danach war es dann ein Rosenbogen – die Ideen gehen uns Hobbygärtnerinnen und -gärtnern eben nie aus. Der Rosenbogen war relativ rasch ausgesucht. Doch die kniffligere Frage kam erst danach: Welches sind die besten Rosen für Rosenbögen?

Kletterrose oder kleiner Rambler?

Da ich ein Fan vom Landhaus Ettenbühl bin, lernte ich in einem ihrer Rosenvideos, dass sich kleine Rambler wegen ihrer weichen Triebe besonders gut für Rosenbögen eignen, weil die biegsamen Äste leicht aufzubinden sind. «Klein» heisst in diesem Fall, dass der jährliche Zuwachs rund 2 bis 3 m beträgt, während ein wüchsiger Rambler wie ‘Paul’s Himalayan Musk’ mit 10 m Zuwachs den Rosenbogen flott unter sich begraben würde. Im Video werden Sorten wie ‘Citronella’, ‘Brewood Belle’, ‘Mrs Billy Crick’, ‘Burgundy Rambler’ (alle von Züchter John Scarman) oder die historische ‘Ghislaine de Féligonde’ genannt. Was ich mir aber wünschte, war sozusagen die «eierlegende Wollmilchsau»: eine sattrosa Blüte, die duftet, jedoch wie eine Wildrose offene Blüten hat, aber trotzdem nicht nur einmal blüht.

Zu wüchsig

Da gibt es nur eines: Zum Telefon greifen, schliesslich kenne ich durch meine Arbeit eine Menge Rosenkennerinnen. Ich beginne beim Blumenkind-Atelier. Die Inhaberin Stefanie Schwabe hat 80 Rosensorten in ihrem Schaugarten mit Gartenkaffee in Konolfingen, einige davon an Rosenbögen, die man auch bei ihr beziehen kann. Sie pflanzt auch wüchsige Kletterrosen wie die crèmerosa Sorte ‘New Dawn’. «Zwar brauchen sie länger, um auf beiden Seiten des Rosenbogens hochzuklettern, doch dafür hat man später nicht das Problem, dass sie zu wüchsig sind und alles unter sich begraben.» Auch eher schwachwüchsige Ramblerrosen wie die weisse ‘Bobbie James’ oder ‘Apple Blossom’ in Rosa gehören zu ihren Lieblingen.

Francis im Gwundergarten

Alexandra Zöbelis Erfahrungen mit der halbgefüllten ‘New Dawn’ sind «eher durchzogen – aber ich habe eine Kollegin, bei der gedeiht sie ganz wunderbar». Da ich mir für meinen Naturgarten eine einfache, also für Bienen gut zugängliche Blüte wünsche, empfiehlt sie mir die Sorte ‘Francis E. Lester’, ein weiss-rosa Rambler mit grossen, auffälligen Hagebutten. «Francis nimmt den Bogen ratzfatz ein», weiss Alexandra aus eigener Erfahrung. In ihrem «Gwundergarten» im Zürcher Oberland wächst die Sorte am Bogen beim Teich. «Sie ist zwar eine Ramblerrose, aber ich finde sie jetzt nicht so extrem wie die ‘Paul Noel’, die locker Triebe bis 10 m macht. Rambler finde ich persönlich an Rosenbögen einfacher, da ihre Triebe flexibler sind und sie den Bogen auch rascher füllen und man weniger kahle Stellen hat.»

Mini-Climber gesucht

Zeit, um mit Brigitt Buser zu sprechen, Vorstandsmitglied der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde (GSRF). Sie findet die Mini-Climber von Rosen Tantau für Rosenbögen geeignet, die unter dem Namen «Starlet-Rosen» im Handel erhältlich sind. Als weitere Variante nennt Brigitt mir eine Wildrose: die Wein-Rose oder Schottische Zaunrose (Rosa rubiginosa). Sie wächst rund 3 m hoch, ihre Blüten sind dunkelrosa, das glänzende Laub hat einen leichten Apfelduft. Als Wildrose blüht sie allerdings nur einmal. Brigitt zählt weiter die alte Sorte ‘Ghislaine de Féligonde’ von 1916 auf, deren Name auch schon beim Landhaus Ettenbühl gefallen ist. Die öfterblühende Kletterrose mit gelb-rosa changierenden Blüten wird bis 2 m hoch. «Sie ist halbgefüllt, zieht aber trotzdem die Bienen an», erzählt sie. Ein weiterer Pluspunkt: Sie verträgt auch einen halbschattigen Standort, genau wie die leuchtend weisse ‘Guirlande d’Amour’ mit gelber Mitte.

Zehn kleine Rosenbögen

Zu guter Letzt frage ich noch Gartenbuchautorin Annette Lepple, die in ihren beiden Gärten im Wallis und in Frankreich zahlreiche Rosenbögen beheimatet. «Ich bin ein grosser Fan von Louis-Lens-Rosen», antwortet sie auf meine Anfrage, «da sie so charmant und attraktiv für Bienen sind – beispielsweise ‘Guirlande d’Amour’, ‘Garden of Hex’, ‘Guirlande Rose’ und ‘Eilike’. Sehr hübsch ist auch die wildrosenartige Sorte ‘Rosenreigen’. Die wuchsfreudigen und duftenden Moschata-Hybriden klettern wie ein Rambler, sind aber als üppiger Strauch nicht minder attraktiv.»

 

Text: Stefanie Stäuble   Foto: Stefanie Schwabe

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