Pflanzen für den mediterranen Garten

Pflanzen für den mediterranen Garten
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Pflanzen für den mediterranen Garten

Beim Lustwandeln durch italienische Gärten betören uns die Düfte von Kräutern, Buchs- und Zitrusbäumen. Mit den richtigen Pflanzen für den mediterranen Garten lassen sich auch in nördlichen Breitengraden Träume vom Süden realisieren.

Der Anblick schlanker Zypressen und imposanter Schirmpinien genügt, um ins Schwärmen zu geraten. Europäer nördlich der Alpen sind von der tiefen Sehnsucht nach dem Flair des Südens erfüllt. Sie stillen diese durch die Gestaltung ihrer Gärten mit mediterranen Pflanzen und Stilmitteln. Will man sich ein südländisches Ambiente im eigenen Garten erschaffen, ist es wichtig, sich auf einige wenige Elemente zu beschränken. Imposante Gehölze, attraktive Gartenmöbel und schöne Pflanzgefässe sollten stets Vorrang haben. Doch Achtung, mit einem Terrakottatopf auf einer peinlich sauberen Terrasse wird kein Mittelmeer-Ambiente aufkommen. Gartenmauern und Pflanztöpfe sind im Süden meist etwas verwittert und die Spuren der Zeit überall sichtbar.

Achtung, Wind

Die Sonneneinstrahlung und die Lichtintensität entscheiden letztendlich über den Charakter eines südländisch inspirierten Gartens. Allerdings kann es auch auf einem weniger sonnigen Grundstück gelingen, ein entsprechendes Ambiente aufkommen zu lassen. Entscheidend ist dabei die Auswahl der Pflanzen für den mediterranen Garten: So haben etwa Lorbeer (Laurus nobilis), Buchsbaum (Buxus sempervirens var. arborescens), Hortensie (Hydrangea) oder Efeu (Hedera helix) geringe Lichtansprüche, sie bevorzugen halbschattige bis schattige Plätze. Häufig wird auch die Auswirkung des Windes auf die Gartenpflanzen unterschätzt – insbesondere, wenn es sich um mediterrane Gewächse handelt. Hecken aus immergrünen Nadel- und Blattgehölzen wie Buchs, Eibe (Taxus baccata) und Stechpalme (Ilex aquifolium) schaffen Abhilfe. Gleichzeitig sind sie wichtige gestalterische Elemente, um den Garten zu strukturieren. Für besonders wind- und zugluftempfindliche Pflanzen wie Schmucklilie (Agapanthus praecox), Schönmalve (Abutilon) und Wandelröschen (Lantana camara) empfiehlt sich ein sonniger Innenhof, denn dort herrschen ideale Wachstumsbedingungen.

Mediterran, aber winterhart

Pflanzen spielen die Hauptrolle für eine südländische Atmosphäre. Viele Gartenbesitzer können sich gar nicht vorstellen, dass auch in Breitengraden nördlich der Alpen Palmen und Olivenbäume wachsen. Hierbei spielt insbesondere das Kleinklima eine wichtige Rolle. Windgeschützte, sonnige Plätze in südwestlicher Lage sowie durchlässige Böden sind ideal, damit Mittelmeerkräuter wie Oregano, Rosmarin und Lorbeer, aber auch Feigen, Weinreben, Bougainvilleen (Bougainvillea spectabilis) und Oleander (Nerium oleander) in Kübeln gedeihen. Zudem sind erstaunlich viele mediterrane Pflanzen – etwa Lavendel (Lavandula angustifolia), Zitronen-Thymian (Thymus x citriodorus) und Blauregen (Wisteria sinensis) – gut winterhart, weshalb sie auch in kühleren Gegenden kultiviert werden können.

Kübelpflanzen – mediterraner Glanz

Eine liebenswerte Eigenart des südländischen Gartens sind Kübelpflanzen mit immergrünen Gehölzen wie Myrte (Myrtus communis), Lorbeer (Laurus nobilis), und Kugel-Liguster (Ligustrum delavayanum) als Hochstamm. Aber es sind vor allem die Blüten- und Duftpflanzen wie Rosen (Rosa), Schmucklilien, Lavendel, Zitronen-Thymian, Oleander und Zitronenbaum (Citrus limon), die für die gewünschte Stimmung sorgen. Für sie braucht es jedoch ein Winterquartier mit optimalen Licht- und Temperaturverhältnissen, da ihr Wurzelballen vor dem Durchfrieren geschützt werden muss. Bis auf wenige Ausnahmen müssen die meisten mediterranen Blütengehölze sowie einige Immergrüne, zu denen neben Lorbeer auch Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und Ölbaum (Olea europaea) gehören, vor den ersten Frösten ins Haus geholt werden. Sie benötigen während der Winterruhe einen hellen, nicht zu kühlen Platz bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C.

Zitruspflanzen – Symbol des Südens

Zitruspflanzen stammen ursprünglich aus dem tropischen und subtropischen Südosten Asiens. Zu der Pflanzengattung aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae) gehören hauptsächlich Orangen, Mandarinen, Zitronen und Grapefruits. Aufgrund ihrer essbaren Früchte wurden Zitruspflanzen schon früh angebaut und verbreitet. Sie finden eine sehr alte textliche Erwähnung, die auf etwa 800 v. Chr. datiert ist. Um 300 n. Chr. gibt es Hinweise auf die ZitronatZitrone in China. Im Jahre 1178 wurden 28 kultivierte Sorten detailliert beschrieben. Zu dieser Zeit war auch das Veredeln von Zitruspflanzen auf die Dreiblättrige Bitterorange (Poncirus trifoliata) bereits bekannt. Carl von Linné stellte im Jahr 1753 die Gattung Citrus auf und benannte fünf Arten: Zitronat-Zitrone (Citrus medica), Zitrone (C. limon), Bitterorange (C. aurantium), Süsse Orange (C. sinensis) und Pampelmuse (C. maxima).

 

Text und Foto: Andrea Christmann

 

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