Mein neuer Kräutergarten

Mein neuer Kräutergarten

Kurz vor die Tür zu gehen und sich ein paar frische Zutaten fürs Mittagessen zu pflücken, ist unbezahlbar. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten.

Der Kräutermix: Für ein kleines Beet genügen die wichtigsten Küchenkräuter wie Petersilie, Dill, Pfefferminze, Basilikum, Liebstöckel, Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin. Überschaubar ist eine Fläche von 2 bis 4 m2. Frostharte Kräuter wie Beinwell, Dill, Borretsch, Kerbel, Oregano oder Schafgarbe können ab April direkt im Beet ausgesät werden. Frostempfindliche Kräuter wie Estragon, Basilikum, Kresse, Kapuzinerkresse oder Petersilie müssen Sie zunächst auf der Fensterbank vorkultivieren. Sie kommen erst ab Mitte Mai ins Freie.

Der richtige Standort: Die meisten Kräuter benötigen viel Sonne – idealerweise einen in der Mittagssonne liegenden Platz mit südlicher Ausrichtung. Unbedingt zu vermeiden ist Zugluft. Ist kein windgeschützter Ort vorhanden, können Sie einen Lattenzaun an der Ost- und Westseite des Kräuterbeets errichten oder eine niedrige Hecke anlegen. Ebenso lassen sich Hanglagen an der West-, Ost- oder Südseite gut für abstützende Trockenmauern oder einen Steingarten mit mediterranen Kräutern wie Lavendel, Thymian und Rosmarin nutzen.

Bodenverhältnisse: Humose, durchlässige, lockere Böden bieten den meisten Kräutern ideale Bedingungen, denn Humus speichert Nährstoffe und Wasser. Der Boden sollte weder stark verdichtet noch lehmig sowie frei von Staunässe sein. Prüfen Sie, welche Bodenbeschaffenheit in Ihrem Garten vorherrscht und wählen Sie erst dann geeignete Kräuter aus. Falls nötig, kann der Boden mit Sand verbessert werden. Ein Beispiel für eine farblich stimmige und dekorative Kräuterkombination für einen sandigen Boden ist ein Beet, in dessen Mitte Malve und Ysop angepflanzt werden und dessen Rand Oregano, Lavendel und Salbei schmücken. Kräuterspiralen sind übrigens nicht nur ein besonderer Blickfang im Garten, sondern bieten auch unterschiedlichen Pflanzen die jeweils passenden Standortbedingungen: von durchlässig und trocken in der Mitte bis humos und nährstoffreich am unteren Ende der Spirale.

Gleich und Gleich gesellt sich gern: Praktisch ist es, die Kräuter je nach Wasserbedarf zusammenzustellen. Wenig Wasser benötigen etwa Rosmarin oder Thymian, durstig sind hingegen Baldrian, Beifuss, Pfefferminze, Schnittlauch und Estragon. Daneben spielt auch die Wuchshöhe eine Rolle. Kleinere Pflanzen kommen an die Südseite des Beets, grosswüchsigere an die Nordseite. Zudem eignen sich kleinere Kräuter wie Kerbel, Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch gut für eine Randbepflanzung. Für die Platzierung an Wegen bieten sich robuste Pflanzen wie Schafgarbe und Kamille an. Grosswüchsige Kräuter wie Dill, Borretsch, Knoblauch oder Oregano werden eher in der Beetmitte platziert.

Biodiversität fördern: Ein vielfältiges Kräuterangebot ist auch eine ideale Nahrungsgrundlage für viele Tiere. So freuen sich Bienen ganz besonders über Anis, Bohnenkraut, Borretsch, Dill, Fenchel, Kümmel, Koriander, Liebstöckel, Majoran, Minze, Salbei, Senf, Ysop, Felsen-Fetthenne, Weinraute und Thymian. Niedrige Kräuter wie Zitronenthymian können Sie auch sehr gut zwischen Wegplatten pflanzen.

Das passende Gefäss: Die meisten Kräuter können auch in Töpfen, Blumenkästen und Kübeln kultiviert werden – allerdings sollten die Töpfe vor allem im Hochsommer nicht vollständig austrocknen und Sie sollten die Kräuter regelmässig auf Schädlinge überprüfen. Mit Töpfen und Kübeln können Sie das Arrangement nach Lust und Laune neu gestalten. Sie sollten jedoch einen Raum zur Verfügung haben, in dem empfindliche Topfkräuter überwintern können, etwa einen Wintergarten oder ein kühles Treppenhaus.

Text: Melanie Goldmann  Bild: Pixabay

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