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Mariannes Cottage-Garten in Frutigen

Cottage Garden

Mariannes Cottage-Garten in Frutigen

Der Bauerngarten oder Cottage-Garten erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. Was den Stil auszeichnet, beleuchten wir anhand von Marianne Laueners zauberhafter Interpretation.

Ein Bauerngarten verbindet auf dekorative Weise Natürlichkeit mit Nützlichem. Merkmale dieses Stils sind eine ungezwungene Gestaltung, traditionelle, regionale Materialien und eine bunte, vielfältige und dichte Bepflanzung. Das fröhliche Miteinander von Nutz- und Zierpflanzen bringt in vielen von uns eine Saite zum Klingen. In Zeiten von zunehmender Naturentfremdung und drohender Nahrungsmittelknappheit sehnen sich die Menschen vermehrt nach einem naturnahen Gartenkonzept, das Insekten, Vögeln und anderen Wildtieren ein Zuhause bietet und gleichzeitig den Anbau von gesundem, schmackhaftem und biologischem Gemüse und Obst ermöglicht.

 

Historischer Cottage-Garten

Die Wurzeln des englischen «Cottage Garden» reichen bis ins Mittelalter zurück. Damals handelte es sich wie bei unseren heimischen Bauerngärten um rein praktische Flächen, die das Überleben der Familie sicherten. Zierrasen suchte man dort vergeblich – Bienen, Hühner und ein Schwein waren hingegen mit von der Partie und trugen zur Selbstversorgung bei. Jeder freie Platz wurde genutzt, um Gemüse, Obst, Kräuter und Gewürze für kulinarische und medizinische Zwecke anzubauen. Blumen wurden anno dazumal überwiegend aus praktischen Gründen eingestreut: Duftveilchen (Viola odorata) halfen, die omnipräsenten schlechten Gerüche zu überdecken, Ringelblumen (Calendula officinalis), Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) und Primeln (Primula) fanden in der Küche und als Arznei Verwendung. Andere wiederum vertrieben Lästlinge oder zogen Bestäuber an.

Der wachsende Wohlstand und der Aufstieg der Mittelklasse im 19. Jahrhundert gestattete es den Menschen, zum Vergnügen und nicht mehr aus der Not heraus zu gärtnern. Man begann, dekorativen Pflanzen wie Rosen, Stockrosen (Alcea rosea), Phlox, Fingerhut (Digitalis) und Bartnelken (Dianthus barbatus) mehr Platz zuzugestehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der formale, von traditionellen Klostergärten inspirierte Bauerngarten auf. Das geometrische, ordentliche Design mit buchsgerahmten Beeten und zentralem Wegkreuz erleichterte den Fruchtwechsel. Im Laufe der Zeit mauserte sich der Cottage-Garten zu dem, was er heute ist: ein Ort der Schönheit und Nützlichkeit.

Cottage Garden
Cottage Garden

TEXT & FOTOS Annette Lepple

 

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