Lebendige Vielfalt

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Lebendige Vielfalt

Die Naturgärten von Monica Marti und Karin Simone Wirz geben dem Begriff «Biodiversität» ein Gesicht. Es sind Orte, an denen sich Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermassen zu Hause fühlen.

Ein naturnah angelegter Garten ist ein lebendiger Mikrokosmos. Er bietet Insekten und Kleintieren einen reich gedeckten Tisch, lockt mit Nistplätzen und kleinen Verstecken. Je höher die Artenvielfalt, desto wertvoller ist der Lebensraum Garten für die Umwelt. Doch die Biodiversität ist in Bedrängnis. Siedlungswachstum und verdichtetes Bauen, Infrastrukturprojekte und eine intensive Landwirtschaft bedrohen zunehmend die über Jahrmillionen gewachsene Vielfalt der Natur. Positive Beispiele sind im Siedlungsraum auch auf Ebene der Privatgärten gefragt. Denn vor der eigenen Haustür lässt sich – wenn auch nur im Kleinen – vieles bewirken. Davon zeugen die Gärten von Monica Marti aus Mollis (GL) und Karin Simone Wirz aus Lüchingen (SG). Man findet darin weder monotone Rasenflächen noch exotische Ziergehölze, die für bestäubende Insekten oft wertlos sind. Stattdessen sind es zwei Naturgärten mit vorwiegend einheimischen Pflanzen und regionalen Materialien.

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Der Besuch der beiden Gärten zeigt, dass sich Biodiversität erst dann entfalten kann, wenn gewisse Grundstrukturen gegeben sind und die Bereitschaft besteht, Dynamik und Veränderung zuzulassen. Erst dort, wo eine Natursteinmauer oder ein Steinhaufen Nischen und Verstecke bieten, können sich Eidechsen ansiedeln – und erst eine Wasserfläche macht es möglich, Fröschen und Libellen ein Zuhause zu bieten. Gibt es Futterpflanzen und Unterschlüpfe, lassen auch Schmetterlinge, Wildbienen und Igel nicht lange auf sich warten. Um die Philosophie der Vielfalt zu leben, braucht es keinen grossen Garten. Sie lässt sich auch im Kleinen wirkungsvoll umsetzen. Selbst ein einzelnes Pflanzgefäss, mit verschiedenen Wildstauden bepflanzt, ist ein kleiner Lebensraum, der täglich Freude schenkt.

Mit diesen Tipps bringen Sie mehr Biodiversität in Ihren Garten:

  • Das A und O ist die Verwendung einheimischer Pflanzen
  • Mut haben zur Wildheit – wild ist nicht gleich ungepflegt!
  • Samenstände stehen lassen – z. B. von Königskerze (Verbascum), Klebrigem Salbei (Salvia glutinosa) oder Weidenröschen (Epilobium)
  • Alte, abgestorbene Bäume als Lebensraum für Tiere stehen lassen
  • Unterschiedliche Standorte schaffen: schattig/sonnig und feucht/trocken
  • Durch eine abwechslungsreiche Topografie mit Niveauunterschieden lässt sich ein vielfältiges Mikroklima schaffen
  • Einige Ast- und Steinhaufen anlegen als Unterschlupf

 

Text & Bild: Caroline Zollinger

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