Köstliches für Meise & Co.

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Köstliches für Meise & Co.

Einen besonderen Reiz erhält die Vogelbeobachtung, wenn man das «Menü» selbst zubereitet.

Über die gezielte Vogelfütterung im Winter scheiden sich die Geister. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass durch eine ganzjährige Fütterung die Vögel früher brüten und mehr Junge grossziehen. Wenn im Winter die Temperaturen unter Null sinken, verbrauchen Vögel viel Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Es bleibt ihnen in der Früh nur eine Stunde Zeit, um Futter zu finden. Wenn ihnen das nicht gelingt, sterben sie. Meisen verbringen gar 85 % eines Wintertags mit der Futtersuche. Mit der Vogelfütterung kann man z.B. gegen Ende September beginnen, wenn es kühler wird. Ab dann sollte sie durchgehend erfolgen. Ab März mit dem Beginn der Brutzeit werden die Besuche an den Futterstellen seltener. Für eine ganzjährige Vogelfütterung spricht, dass Zugvögel, die von Februar bis April zurückkehren, kaum natürliches Futter vorfinden, weil ihre einheimischen Artgenossen alles leergefressen haben. Doch Zugvögel sind von der langen Reise geschwächt und brauchen dringend Nahrung! Eine naturnahe Fütterung können alle Gartenliebhaber anbieten, indem sie Bäume und Sträucher pflanzen, deren Früchte lange haltbar sowie tauwetter- und frostresistent sind. Auch längst verblühte Stauden und einjährige Pflanzen lässt man über den Winter stehen: die Samenstände von Sonnenblume, Löwenzahn, Wilde Karde oder Greiskraut bieten wertvolle Nahrung.

Hausmannskost schmeckt am besten

Als Ergänzung zu den natürlichen Nahrungsquellen kann man gezielt Futterstellen anbringen: je vielfältiger das Angebot, umso mehr Vogelarten kann man beobachten. Als Gefässe eignen sich Blumentöpfe aus Ton, Joghurtbecher, halbierte Kokosnussschalen, Kuchenformen (idealerweise aus Silikon), Guezli-Ausstecher sowie Back- und Praliné-Förmchen aus Papier. Die Mischung, mit der die Gefässe befüllt werden, besteht aus Kokosfett oder anderen pflanzlichen Fetten ohne Zusatz von Salz sowie aus Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, Hafer- und Maisflocken, ungesalzenen Erdnüssen, Trockenobst und getrockneten Mehlwürmern. Als Mengenverhältnis gilt: 1 Teil Futter auf 1-2 Teile Fett. Am besten lässt sich die Mischung zusammenstellen, wenn das Fett Zimmertemperatur erreicht hat. Dann lässt es sich gut von Hand kneten und erhält die nötige Konsistenz, damit es nicht ungehindert durch die Öffnungen der jeweiligen Gefässe fliessen kann.

Besonders beliebt bei Amseln, Staren, Rotkelchen und Mönchsgrasmücken sind in Pflanzenöl getränkte und gut durchmischte Haferflocken. Die Mischung kann man auch mit Rosinen vermengen – und fertig ist das leckere Dessert, das man in einem Untertopf an geschützter Stelle serviert. Im Allgemeinen gilt: Futter nie zu nahe an Glasscheiben und möglichst frei austellen, damit die Vögel herannahende Feinde rechtzeitig bemerken! Gefrorene Beeren sowie ganze oder halbierte Früchte, an Ästen aufgespiesst, runden das begehrte Vogelmenü ab. Rotkelchen und Drosseln picken gerne in Äpfel, die vom Frost erweichten sind.

Tipp: Auch im Winter darf eine Vogeltränke nicht vergessen werden, denn körnerpickende Vögel trinken ein- bis zweimal am Tag.

Text & Bild: Rachele Z. Cecchini

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