Im Fluss bleiben – Heilpflanzen für die Nieren
Die Nieren leisten grossartige Arbeit und haben unsere besondere Zuwendung verdient. Eine ganze Hausapotheke an Pflanzen kann uns dabei unterstützen.
Ein Leben lang krampfen die Nieren und regeln viele wichtige Aufgaben: etwa die Regulierung von Wasser- und Elektrolythaushalt, Blutbildung oder Blutdruck. Ihre anspruchsvollste Aufgabe ist es, verschiedene Stoffwechselprodukte aus über 1500 Liter Blut, das jeden Tag durch die Nieren fliesst, herauszuwaschen und mit dem Urin auszuscheiden. Stress, Entzündungen, aber auch altersbedingte Funktionsstörungen können diese wichtigen Organe schwächen. Viele daraus entstehende körperliche Beschwerden hängen mit der nachlassenden Nierenfunktion zusammen und sind eine Folgeerscheinung.
Nieren stärken und durchspülen
Die Ursache vieler Krankheiten liegt nämlich oft an der mangelhaften Tätigkeit unserer Ausscheidungsorgane, sprich: Nieren, Blase, Gedärme. Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, die Nieren etwas zu verwöhnen. Wie dankbar sind sie für genügend Nachschub an stillem Wasser und unterstützenden Heilkräutern, die wieder alles in Fluss bringen und entlasten. Eine Durchspülung der Niere (auch Durchspülungstherapie) bedeutet, dass die Harnwege durch viel Trinken und den Einsatz harntreibender Pflanzenstoffe intensiv mit Flüssigkeit gespült werden.
Dabei sollen kleine Kristalle und winzige Steine frühzeitig abtransportiert werden, bevor sie wachsen. Erreger in den Harnwegen werden durch den erhöhten Fluss schneller herausgespült. Meist wird empfohlen, bis zu 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt zu trinken. Die Natur verfügt über eine ganze Hausapotheke zur Stärkung der Nierentätigkeit, sei es bei Entzündungen, zur Vitalisierung oder als Unterstützung bei zunehmenden Altersbeschwerden, die durch die Stärkung der Nieren verzögert oder gar verhindert werden können.
Heilkräuter und Ruhe für die Nieren
Anzuwenden sind diese Wild- und Gartenkräuter sowohl innerlich als Tee, Tinkturen, Auflagen, Bäder oder schlicht in der Ernährung. Sogar die verhasste Kanadische Goldrute – ein invasiver Neophyt – wirkt harntreibend und ist ideal für Durchspülungstherapien. Und wer kennt nicht die Wirkung von Spargeln! Auch die allseits bekannte Petersilie ist ein seit jeher bekanntes Nierentonikum, das regelmässig im Salat beigemengt oder über die Suppe gestreut, ganz natürlich die Nierentätigkeit anregt.
Im Übermass genossen, kann aber auch der «Peterli» Blase und Niere reizen, denn wie sagte schon Paracelsus: «Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei.» Das geruhsame Anpflanzen, Sammeln, Trocknen und Verarbeiten der Ernte im Garten oder in der Landschaft ist ebenfalls Balsam für die Nieren, die generell durch täglichen Stress, ständige Hektik, innere Unruhe und Angst geschwächt werden.
Eine ganze Palette an Pflanzen kann unsere arbeitsamen Ausscheidungsorgane nachhaltig stärken und heilen. Sie genüsslich zuzubereiten, ist ganz im Sinne der Niere, denn sie liebt nicht nur Flüssigkeit wie Wasser oder Tee, sondern auch Ruhe, Wärme – und ab und zu einen Moment des stillen Verweilens und Nichtstuns.
Nieren- und Blasenpflanzen:

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
Wirkt antimikrobiell und adstringierend bei Harn-/Blasenentzündungen.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Als Tee (kalt ansetzen, über Nacht ziehen lassen) nicht länger als 8 Tage anwenden.
Kontraindikationen: Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren.

Goldrute (Solidago virgaurea, S. canadensis)
Harntreibend, entzündungshemmend, schützt und regeneriert die Nierenzellen.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Kontraindikationen: Korbblütler-Allergie. Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz.

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
Wirkt harntreibend, entzündungshemmend, zusammenziehend, krampflösend.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Kontraindikation: Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Hilft bei nervösen Harnstörungen, wirkt beruhigend, stimmungsaufhellend, entzündungshemmend, antiviral.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Äusserlich als Bad, Auflage, Salbe.

Schachtelhalm (Equisetum arvense)
Kraut wirkt harntreibend, leicht entzündungshemmend, antioxidativ.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Kontraindikationen: Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge Herz- oder Niereninsuffizienz.

Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)
Hauhechelwurzel wirkt innerlich bei Harnwegsentzündungen, Reizblase, Ödemen, Nierengriess; harntreibend und entzündungshemmend.
Anwendung: Innerlich als Tee, Tinktur, Urtinktur, Spagyrikum, Fertigarzneimittel
Kontraindikationen: Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge Herz-/Niereninsuffizienz.


