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Herbstbuffet für Vögel

Herbstbuffet für Vögel

Herbstbuffet für Vögel

Intensiv genutzte Flächen führen in der Schweiz zu einem spürbaren Verlust von Lebensraum für heimische Vögel. Damit das fröhliche Zwitschern nicht verstummt, können wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Gärten vogelfreundlich gestalten. Mit einheimischen Gehölzen, Herbstlaub und Altgras bieten wir ein Herbstbuffet für Vögel.

Die Mönchsgrasmücke futtert sich im Holunderstrauch den Triebstoff für ihre Reise ins Winterquartier an, die sie bald in den Mittelmeerraum bringen wird. Eigentlich eine ausgesprochene Insektenfresserin, wandelt sie sich zur (Teil-)Frugarierin, sobald die einheimischen Wildsträucher Beeren produzieren. Auch die Amsel erntet Wildstrauchbeeren. Nachdem sie im Juli die Früchte der Felsenbirne gefressen hat, sucht sie nun den filigranen Vogelbeerbaum mit seinen orangefarbenen Beeren auf oder hackt an den reifen Speierlingsfrüchten, die am Boden liegen – das Herbstbuffet für Vögel ist eröffnet.

Welche Tätigkeiten stehen an?

Auch das Herbstlaub bietet mit seinen zahlreichen Kleinlebewesen eine wichtige Nahrungsgrundlage für bei uns überwinternde Vogelarten wie Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig. Deshalb sollte Laub, das etwa unter der Hecke liegt, dort liegen bleiben. Wo es nötig ist, wird es mit Laubrechen und Besen zusammengenommen und anschliessend auf Haufen unter der Hecke, im hinteren Bereich von Rabatten oder auf dem Kompost aufgeschichtet. Ende Oktober beginnt dann die Pflanzzeit für Obstbäume sowie für Beeren- und Wildsträucher.

Vogelfreundliche Gehölzpflege

An Wildsträuchern und Fruchtbäumen hängen jetzt bunte Beeren und Früchte. Diese sind sehr attraktiv anzuschauen und eine natürliche Winternahrung für Rotbrüstli, Amsel und Gimpel. Es wäre daher ungünstig, den Rückschnitt vorzunehmen, solange noch Früchte am Gehölz hängen, denn davon sollen sich die Vögel und weitere Tiere bis Ende Winter ernähren.

Brutstube für Nützlinge

Alte, markhaltige Blütenstängel, etwa von Königskerzen, Disteln oder Beifuss, können Brutkammern von Wildbienen oder Blattlausjägern wie Marienkäfer und Florfliege beheimaten. In einem vogelfreundlichen Garten bleiben deshalb markhaltige Blütenstängel so lange wie möglich stehen. Von diesen Blütenstängeln profitieren verschiedene Körner- und Samenfresser unter den Vögeln. So holt sich der Stieglitz im Winter gerne Samen von Wilder Möhre, Wilder Karde, Sonnenblumen oder verschiedenen Grasarten.

Altgras stehen lassen

Blumenrasen und Wildblumenwiesen werden im Spätherbst ein letztes Mal gemäht. 10 bis 20 % der Fläche sollten für überwinternde Spinnentiere und Heuschrecken stehen gelassen werden – sie dienen dadurch als winterliches Buffet für Zaunkönig und Rotkehlchen. Die Gräsersamen sind eine wichtige Winternahrung für Haussperling, Stieglitz und Buchfink.

 

Text Petra Horch Foto Daniele Occhiato

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