Gefrässige Raupen im Buchs

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Gefrässige Raupen im Buchs

Der Buchsbaumzünsler setzt unseren liebevoll gehegten Buchsbäumen ernsthaft zu. Wie kann man sie retten?

Die gefrässigen Raupen, die aus den Eiern des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) schlüpfen, geraten erst in unser Blickfeld, wenn sie einige Wochen alt sind und dem Grün schon reichlich zugesetzt haben. Sie be­ginnen im Schutz des Buschinneren zu fressen und arbeiten sich erst allmählich nach aussen vor. Wird ihnen das Futter schliesslich zu knapp, nagen sie auch die grüne Rinde an Zweigen und Stämmen ab, wovon sich die Buchsbäume kaum noch erholen. Natürliche Feinde haben die Raupen leider keine, da sie giftig sind.

Es geht auch ohne Gift

Will man die Schädlinge rechtzeitig aufspüren, muss man seine Buchsbäume regelmässig kontrollieren und Raupen konsequent entfernen, und zwar vom März bis zum Oktober. Es können sich nämlich drei bis vier Generationen entwickeln. Bruno Baur, Professor an der Universität Basel, rät: «Klopfen Sie die Pflanzen ab oder spritzen Sie sie mit einem Hochdruckwasserstrahl ab.» Legt man eine Folie unter den Busch, kann man die Raupen anschliessend zügig entfernen und in einem geschlossenen Sack entsorgen. Regelmässig durchgeführt genügt das, um den Bestand ausreichend zu dezimieren. Auch sollen mit Algenkalk bestreute Buchsbäume die Eiablage der Zünslerfalter zumindest einschränken und auch gegen den Pilz Cylindrocladium buxicola helfen, der das Buchsbaumtriebsterben verursacht.

Insektizide sollten nur im Ausnahmefall und nach sorgfältiger Beratung durch den Fachhändler eingesetzt werden. Bruno Baur: «Einige Insektizide töten nicht nur die invasiven Zünslerraupen, sondern auch Bienen, Hummeln und andere Insekten. Wenn überhaupt Insektizide eingesetzt werden, muss dies zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.» Lediglich junge Zünslerraupen können überhaupt mit Insektiziden bekämpft werden. Diese schlüpfen einige Tage nach der Flugphase der Falter. Ein zu früher oder zu später Einsatz nützt also nichts. Ein Mittel, das Nützlinge schont, ist «Delfin» von Andermatt Biogarten: Die Wirkung des biologischen Insektizids basiert auf dem Bacillus thuringiensis var. kurstaki. Selbst Behandlungen während der Buchsblüte sind für Bienen dank der spezifischen Wirkung auf die Schadraupen unproblematisch.

Ersatzpflanzen überdenken

Bei grossen Buchsbaumhecken können die nötigen regelmässigen Kontrollen sehr aufwendig werden. Hier kann es sinnvoll sein, die Bestände durch alternative Pflanzen zu ersetzen. Berberitze, Eibe, Liguster, Geissblatt, Pfaffenhütchen oder Stechpalme, besonders die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) eignen sich dazu.

Bild: Universität Basel

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4 Kommentare
  • Verena Pluess
    Antworten

    Werden total braune und abgefressene Büsche wieder grün? Unser Garten sieht nur noch grau aus, überall nur Stängel

    27. April 2017 at 14:32
  • Und sie gehen sogar zu den Feigenbäumen über, diese Blätter lieben sie auch …

    10. Mai 2018 at 15:00

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