Geborgener Waldgarten

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Geborgener Waldgarten

Der Garten von Anja Specht-Pitz ist erfüllt von Kindheitserinnerungen. Auf 800 m2 erzählen Bäume, Gräser und Farne naturverliebte Geschichten von Grossmutters altem Nutzgarten und von langen Waldspaziergängen.

Viele Gewächse, die sie als kleines Mädchen gepflanzt hat, sind in Anjas Garten willkommen, darunter Lungenkraut, Scharbockskraut und Sauerklee. Und da ist immer noch ihre ungebrochene Liebe zum Wald und ihre Faszination für Farne. Um mehr Exemplare dieser Art zu integrieren, sind Schattenplätze notwendig. Umringt von Waldbeeten, kann sich die Gartenbesitzerin an imposanten und dennoch filigranen Wiesenarealen erfreuen. «Meine momentane Lieblingssorte und Leitpflanze im Beet ist das Diamantgras (Calamagrostis brachytricha). Es ist äusserst robust, sät sich selber aus und bekommt schon früh im Jahr grüne Triebe», weiss Anja. Begleitet wird es unter anderem von stattlichem Pampasgras (Cortaderia selloana ‘Sunningdale Silver’) und schmückendem Pfeifengras (Molinia caerulea ‘Moorhexe’). Das sonnige Wiesenbeet nutzt sie ausserdem als Experimentierfeld für Wildastern. Sanfte Ruhepole bilden die im Herbst goldgelben Blätter der Pfingstrose ‘Jan van Leeuwen’. Ein Ableger der filzigen Herbst-Anemone ‘Robustissima’ zog vor 30 Jahren in den Garten der Familie. Die harte, doch zarte Staude breitet sich seitdem liebenswert im Garten aus.

Tiefe Farnliebe

Der erste Farn, den Anja über Sporen vermehrt hat, ist der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). «An Farnen fasziniert mich der Duft, das Waldgefühl und die Vorstellung, dass daran schon Dinosaurier geknabbert haben!» Am «Farnplatz» vor der Terrasse stehen heute so beeindruckend grosse Blattschmuckpflanzen, dass sich die Botanikerin in deren Gegenwart ganz klein und geborgen fühlt. Der robuste Australische Taschenfarn (Dicksonia antarctica), ein Baumfarn, war früher ganz klein, doch inzwischen ist er so mächtig geworden, dass Anja und Carsten Mühe haben, ihn in sein Winterquartier zu bringen. Die in grosse Töpfe gepflanzten Farne überwintern im Schuppen. Die 15 Jahre alte Nachzucht eines in Neuseeland heimischen Taschenfarns (D. squarrosa) darf während der kalten Jahreszeit sogar im Wohnzimmer auf das Frühjahr warten.

Anjas Farntipps

  • Wurmfarn (Dryopteris) kann Giersch stoppen und, einmal angewachsen, die grösste Trockenheit überstehen.
  • Farne eignen sich wunderbar, um vernachlässigte, schattige Ecken zu schmücken.
  • Die alten Blätter sorgen für selbstgemachten Mulch, während neue Austriebe rasch unschöne Stellen des Winters verdecken.

 

Text & Bild: Anika Pöhner

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