Gärtnertricks im Oktober

Gärtnertricks im Oktober

Oktober – der Monat löst zwiespältige Gefühle aus. Eine leichte Beklemmung stellt sich ein, denn jetzt macht der Herbst ernst. Die Blätter der Bäume färben sich langsam bunt, in den Beeten mehren sich die Stiele der abgeblühten Stauden und die Obsternte steuert auf ihren Höhepunkt zu.

«Goldener Oktober» werden jene Tage genannt, in denen sich die Sonne noch einmal richtig ins Zeug legt und die Welt zum Leuchten bringt. Neben den Äpfeln und Birnen sind es bei uns ­besonders die Quitten, die jetzt goldgelb strahlen. Unser Quittenbaum steht am oberen Rand des leicht ansteigenden Gemüsegartens. Vor 20 Jahren haben wir eine Birnen-Quitte gepflanzt, die grosse, oft pfundschwere Früchte trägt. Bei der Verarbeitung zeigen sie hingegen ihre harte Seite. Um sie zu teilen, benutzen wir ein schweres, scharfes Messer. Dann ist es erstaunlich, wie schnell die Früchte im Entsafter oder im Topf zerfallen. Quittengelee und ein vielseitig verwendbares Mus sind im Wesentlichen die Produkte, die wir in den Vorratskeller tragen.

Vorfreude auf den Frühling
Aber jede Ernte ist auch ein Schlussstrich unter die Vegetationszeit. Deshalb ist es für uns wichtig, positive Akzente zu setzen. «Im Herbst an den Frühling denken» ist unser Motto, wenn die Tulpenpflanzung beginnt. Tulpen sind alles andere als nachhaltig, sondern ein dekadenter Luxus – aber schön! Jedes Jahr im Herbst pflanzen wir 5000 bis 6000 Tulpenzwiebeln. Unser «Tulpenwahn» gibt uns ganz handfest die Hoffnung auf einen blühenden Frühlingsgarten.

Ungebetene Gäste
Allerdings haben wir seit etwa 3 Jahren ein weiteres Problem: Bis dahin hatten wir es in unserem Garten mit der normalen Wühlmaus zu tun. Leider hat sich seither aber eine grössere Variante, die Schermaus, eingebürgert. Sie ist doppelt so gross wie die Wühlmaus und hat einen schwarzen Pelz. Ihr besonderes Kennzeichen sind «Biberzähne», mit denen sie alles wegraspelt: Rosenwurzeln, Stauden, Baumwurzeln. Sie steigt auch von oben in die Tulpentöpfe und räumt diese aus. Doch wir kapitulieren nicht! Bei uns gehören jetzt Drahtrollen zum Gartenzubehör mit dazu, denn auch Neuanpflanzungen von Rosen und Sträuchern werden mit Drahtkörben gesichert.

Text: Manfred Lucenz & Klaus Bender Bild: Marion Nickig

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