Frühling im Schattengarten

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Frühling im Schattengarten

Oft sind es schattige und verwunschene Ecken, die einen Garten zu einem speziellen Ort machen –und in immer wärmer werdenden Sommern sind solche lauschigen Plätze willkommener denn je. Den Frühling im Schattengarten läuten Schneeglöckchen und Christrosen ein.

Wer über einen Schattenplatz im Garten verfügt, ist ein wahrer Glückspilz. Zugegeben: Immerblühende Prachtstaudenrabatten lassen sich im tiefen Schatten nicht realisieren. Schattengärten sind deshalb oft zu einem sprichwörtlichen Schattendasein verdammt – absolut zu Unrecht. Deshalb: Machen wir mehr aus den oftmals vernachlässigten Ecken und lassen den Frühling im Schattengarten aufblühen. Wie immer, wenn es um schwierige Situationen im Garten geht, schaut man sich am besten in der Natur um, wie sie mit solchen Herausforderungen umgeht.

Wald in Mini

Auf der Hand liegt es, in schattigen Gartenpartien waldähnliche Situationen nachzubilden – im Miniaturformat, versteht sich. Solche Lebensgemeinschaften zeichnen sich durch unterschiedliche Lichtsituationen während des Jahres aus. Da die Laubbäume ihre Blätter im Winter abwerfen, dringt mal mehr, mal weniger Licht auf den Boden. Deshalb ist speziell das Wachstum im zeitigen Frühjahr enorm. Insbesondere mit Zwiebelpflanzen lassen
sich wunderschöne Gartenbilder kreieren.

Blütenreigen durchs Jahr

Im Januar beginnt der Blütenreigen zaghaft mit den ersten Schneeglöckchen (Galanthus) und Winterlingen (Eranthis). Den Frühling im Schattengarten läuten im März Narzissen, grossblütige Krokusse und Fritillaria ein. Eher weniger geeignet sind Tulpen, da sie etwas mehr Sonne benötigen, um Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln. Auch Stauden lassen sich hier erfolgreich etablieren. Es sind vor allem Blattschmuckstauden, die mit den Lichtverhältnissen klarkommen. Unentbehrlich im frühlingshaften Schattenreich ist der Aronstab mit seinen saftiggrünen Blättern. Besonders schön ist die Art Arum italicum.

Funken sorgen für Ruhe

Auch Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) ist mit seinem speziellen Austrieb und den weissen Blütenglöckchen hübsch anzusehen. Das Kleine Immergrün (Vinca minor) ist ebenfalls eine beliebte Schattenstaude. Es empfiehlt sich, nach speziellen Züchtungen Ausschau zu halten, neben den hellblauen Sorten gibt es auch solche, die weiss oder blauviolett blühen. Das grossblättrige Vinca major ist zudem mit panaschierten Blättern zu haben – eine willkommene Abwechslung im Grün des Schattengartens. Denn nach dem Fest der Zwiebelblüher und der frühblühenden Stauden kehrt im Frühsommer mit Farnen und Funkien eine wohltuende Ruhe ein.

Rosenpracht im Schatten

Bei der Auswahl von Pflanzen gilt es zu beachten, dass Schatten nicht einfach Schatten bedeutet. Es gibt Unterschiede, insbesondere was die Lichtverhältnisse angeht. Befindet sich der zu bepflanzende Ort in Kernschatten einer Mauer, wo kaum Licht hinfällt? Oder wird er nur zwischendurch von Bäumen beschattet und die Sonne scheint immerhin ein paar Stunden auf den Boden? Während man im dunklen Schatten vor allem mit echten Schattenkünstlern wie Farnen gestalten muss, fühlen sich an halbschattigen Orten etliche Blühpflanzen wohl – sogar geeignete Rosensorten lassen sich finden. Mit rund 6 Stunden Sonne am Tag kommen viele Sorten zurecht, etwa die relativ robusten und attraktiven Austin-Sorten ‘Olivia Rose Austin’ und ‘Generous Gardener’.

Schatten? Kein Problem!

Mit weniger Sonnenstunden wird es für Rosen schwieriger, doch aufgeben muss man noch nicht: Einmalblühende Alba-Sorten gedeihen erstaunlich gut im Schatten. ‘Great Maiden’s Blush’ und ‘Semiplena’ kommen sogar mit weniger als 3 Stunden Sonne zurecht. ‘Mme Alfred Carrière’ klettert gerne an einer halbschattigen Nordostwand empor und bringt wunderschöne weisse Blüten hervor. Im Bereich der Kletterrosen findet man noch andere schattentaugliche Exemplare. ‘Paul Noël’ mit ihren lachsrosa Blütenbäuschen oder die weisse ‘Félicité et Perpétue’ geben sich mit ein paar wenigen Sonnenstunden zufrieden. Trotz eingeschränkten Lichtverhältnissen sind sie äusserst wuchsfreudig. Im Schatten muss man kaum auf etwas verzichten – nicht einmal auf Rosen!

 

Text & Foto: Thomas Jan Pressmann

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