Frühlingsgefühle in der Vase

Frühlingsgefühle in der Vase

Ob die Ostertage früh stattfinden oder eher spät: Der Schnitt der richtigen Pflanzenart und ein paar Tipps zum Einstellen der Äste helfen mit, die Frühlingsboten optimal zu präsentieren.

Ist es draussen noch kalt, lassen sich viele Sträucher im Haus antreiben. Dazu die Zweige je nach vorangegangener Witterung rund 6 bis 8 Wochen vor dem Fest schneiden. Sie werden anschliessend mit einem langen Schnitt schräg angeschnitten und in viel frisches Wasser eingestellt. Hell und warm platziert, beginnt es in den pflanzlichen Leitungsbahnen zu fliessen – die Knospen werden nach ein paar Wochen austreiben. Das frühe Einstellen der Zweige ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Das Wasser sollte stets Zimmertemperatur haben und täglich gewechselt werden. Zudem schneidet man die Zweige ab und zu frisch an, damit die Schnittstellen das Wasser überhaupt aufnehmen und weiterleiten können.

Passend zum Blütenhöhepunkt

Liegen die Ostertage eher spät im Kalenderjahr oder zum natürlichen Blütezeitpunkt eines Strauchs, so schneidet man die Zweige bereits mit ausgetriebenen Knospen. Die Blütenzweige halten länger, wenn sich noch nicht alle Blüten geöffnet oder Blätter gebildet haben. Oft reicht es, wenn erste Blüten offen sind, an der Wärme folgen weitere innert Stunden oder Tagen. Sollen diese über eine längere Zeit schmücken, so lohnt es sich, sie täglich mit Wasser zu besprühen. Auch diese Triebe schräg anschneiden oder knorrige, stark verholzte Äste quetschen: Dazu die Anschnittstelle auf ein Holzbrett legen und die untersten 2 bis 3 cm mit einem Hammer etwas zerschlagen. Durch diese Quetschung halten die Zweige länger, da die Leitungsbahnen das Wasser nicht zu schnell transportieren. Auch für solche Blütenzweige wird die Vase ganz mit Wasser aufgefüllt.

Blühende Auswahl

Zu den bekannten Frühlingssträuchern für die Vase gehören Forsythie, Korkenzieherhasel, Weidenkätzchen oder Kirschbaumblüten. Jede dieser Arten eignet sich wunderbar zu Dekorationszwecken, allen voran die Forsythie: Mit noch geschlossenen Knospen wird sie gut 2 bis 4 Wochen vor Ostern geschnitten. Zuerst erscheinen die Blüten, nach dem Verblühen die Blätter. Manchmal beginnen die eingestellten Zweige sogar in der Vase zu wurzeln. Die sonnengelben Blüten und später auch die Blättchen sind ein willkommener Osterschmuck. Ebenfalls beliebt ist die Sal-Weide (Salix caprea). Dieses einheimische Gehölz trumpft mit flauschigen weissen Blütenbäuschen auf. Die Gattung wird gerne von Hummeln und einheimischen Insekten besucht. Aparter, jedoch inzwischen in unseren Gärten genauso verbreitet ist die Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‘Contorta’). Einst aus Ostasien eingeführt, erfreuen sich ihre gedrehten Zweige und die ebenfalls verdrehten Blätter grosser Beliebtheit. Äste der Korkenzieherhasel halten sehr lange in der Vase, zudem bieten die Astspiralen viele Möglichkeiten zum Dekorieren.

Text: Ruth Schläppi   Bild: pflanzenfreude.de

0 Kommentare
Beitrag teilen
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .