Frisches Grün im Winter

Frisches Grün im Winter

Wintersalate können ganz einfach im Hausgarten kultiviert werden. Die Vorarbeit, die im Sommer erfolgt, lohnt sich definitiv. Gute Tipps dazu gibt’s vom Eulenhof Möhlin, einem biologisch geführten Hof im sonnigen Fricktal.

Portulak

Damit man im Winter die feinen Portulakblättchen (Bild) ernten kann, sollte man das Saatgut bereits Ende August in Töpfe oder Multitopfplatten aussäen. Diese platziert man nicht wärmer als 12 °C – Portulak ist ein Kaltkeimer, braucht also kühle Temperaturen, damit er keimt. Stets darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet. Nach dem Keimen müssen die Pflanzen sofort ans Licht, die Temperaturen dürfen jetzt wärmer sein. Mitte September sollten die Setzlinge bereits gut durchwurzelt sein und kommen in den Boden. Nun kann man von November bis März immer wieder die feinen Blätter abschneiden – dabei unbedingt darauf achten, dass das Herz nicht verletzt wird, so wachsen sie stets nach. Sobald die Tage länger werden, erscheinen hübsche essbare Blüten. Bei ­starken Frösten werden die Blätter rot. Achtung: Niemals bei Frost ernten, die Pflanzen vor der Ernte immer auftauen lassen!

Zuckerhut

Dieser feinbittere Wintersalat sollte bereits im Juni gesät werden. Wir empfehlen eine Direktsaat ins Beet, danach auf etwa 35 cm Abstand vereinzeln und auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Der Zuckerhut verträgt problemlos leichte Fröste, deshalb darf er bis November im Beet bleiben. Nach der Ernte werden unschöne Blätter abgerüstet, der kurze Wurzelstrunk bleibt hingegen an der Pflanze. Danach in Zeitungspapier einwickeln und kühl, dunkel und eher feucht lagern –1 bis 5 °C sind optimal. So können bis zum April stets knackige Zuckerhutblätter geerntet werden. Es lohnt sich, im Januar den gesamten Lagerbestand durchzuschauen, faule Blätter abzuschneiden und die Pflanzen mit einer neuen Zeitung zu umwickeln. Cicorino rosso bzw. Trevisano kann genau gleich behandelt werden. Er verträgt allerdings nicht so viel Frost und hält sich nicht ganz so lange wie der Zuckerhut.

Cicorino ‘Rosso di Verona’ und ‘Grumolo verde’

Diese Salate sind für uns die einfachste Kultur! Wir säen beide Sorten im Juli etwa 3 mm tief direkt ins feinkrümelige Freilandbeet. Bevor das mitgekeimte Beikraut Samen bildet, mähen wir das ganze Beet mit dem Motormäher. Das schadet dem Salat nicht, solange wir nicht zu tief mähen – etwa 2 cm über dem Boden, damit das Pflanzenherz nicht verletzt wird. Der Zichoriensalat wächst zügig aus seiner Speicherwurzel nach, viel schneller als die unerwünschten Beikräuter. Diesen Vorgang wiederholen wir je nach Unkrautdruck, bevor ab Dezember die ersten Rosetten geerntet werden können. Weder Hacken noch Jäten sind bei dieser Kultur erforderlich. Bei starken Frösten frieren die Blätter ab, danach bilden sich kompakte Salatköpfe, die besonders beliebt sind und bis Mitte April geerntet werden können. Wir lassen ein Stück Wurzel dran, damit sie länger frisch bleiben. Der Cicorino bringt Farbe und Abwechslung in den winterlichen Mischsalat. Er kann ebenso gut auch mit Knoblauch und Olivenöl kurz angebraten und warm verspeist werden.

Brüsseler

Der Brüsseler, auch Treibzichorie oder Chicorée genannt, ist einer der beliebtesten Wintersalate: mild, knackig, saftig und doch sehr zart. Ende Mai wird das Saatgut in humose, gut gelockerte Erde gesät und später auf 10 cm ausgedünnt. Im Spätherbst wird mit der Grabgabel geerntet – gerade, nicht verzweigte Wurzeln mit mindestens 3 cm Ø eignen sich am besten für die Treiberei. Das Laub wird auf etwa 2 cm zurückgeschnitten, dabei muss man jedoch gut aufpassen, dass das Pflanzenherz nicht verletzt wird. Die Wurzeln mindestens eine Woche kalt, aber frostfrei lagern, um den Pflanzen den Winter vorzutäuschen. Dabei dürfen sie jedoch nicht austrocknen! Danach kommen die Wurzeln in die Erde, nachdem sie je nach Länge unten angeschnitten werden. Kräftig angiessen und bei 15 bis 20 °C in absoluter Dunkelheit antreiben. Nach rund drei Wochen können die ersten Zapfen – eigentlich handelt es sich dabei um Blütenknospen – geschnitten werden. Wenn man vorsichtig ist, ergibt sich später sogar noch eine zweite Ernte. Die geernteten Zapfen werden weiterhin im Dunkeln gelagert. Denn nur so kann vermieden werden, dass sie grün und bitter werden.

Text: Tabea Münger   Bild: Lea Hilpert

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