Frische Vitamine im Winter

Frische Vitamine im Winter
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Frische Vitamine im Winter

Während der kalten Jahreszeit ist frisches Blattgrün besonders gefragt. Mit verschiedenen Pflanzenarten lässt sich der Bedarf bestens decken. Jetzt wird der Salat gesät und gepflanzt – für frische Vitamine im Winter.

Hierzulande bestens bekannt und altbewährt ist der Nüsslisalat. Dank seiner Frosthärte bereichert er saisonal unser Salatangebot – zuerst im Spätherbst und dann im Frühling. Sein nussiges Aroma, gepaart mit seiner hübschen Rosettenform, macht ihn zu einem gefälligen Anwärter für den Lieblingssalat. Zudem eignet er sich sehr gut für Gartenanfänger.

Dunkelheit schaffen

Jetzt im Spätsommer, wenn der Samen ausgebracht wird, ist es besonders wichtig, die Erde gut vorzubereiten. Den Boden oder das Substrat in Gefässen feinkrümelig lockern und gut anfeuchten. An Sommertagen lohnt es sich, bereits eine halbe Stunde vor der Saat zu giessen, damit die Erde das Wasser aufnehmen kann. Danach den Samen breitwürfig oder als Reihensaat in vorgängig gezogene Furchen ausbringen. Locker aus dem Handgelenk lässt sich die Saat gleichmässiger verteilen. Nüsslisalat gehört zu den Dunkelkeimern und muss mit etwas Erde und einem feuchten Vlies abgedeckt werden. Das Vlies oder Tuch bleibt auf dem Boden bis zur Keimung liegen, also so lange, bis die ersten Blättchen sichtbar sind. Es sorgt für genügend Feuchtigkeit und Dunkelheit.

Resistente Sorten wählen

Als Standort eignet sich ein sonniges Beet, etwa als Nachkultur zu Kartoffeln, als Untersaat zu Lauch und Winterzwiebeln oder neben Zichoriensalaten. Erhältlich sind auch mehltauresistente Sorten oder eingearbeitete Samen in Saatbändern. Diese enthalten bereits den richtigen Pflanzabstand von rund 10 cm. Wird breitwürfig gesät, ist es wichtig, die Pflänzchen später auszudünnen, damit ihnen genug Platz zum Wachsen bleibt. Ebenfalls im Angebot sind kleine Setzlinge, die bereits vereinzelte Jungpflanzen enthalten und somit die Kultur nochmals vereinfachen. Bei diesen ist durch die verkürzte Kulturzeit meist eine Herbsternte garantiert. Ansonsten gilt: Je später im Jahr die Aussaat, desto später im Frühjahr die Ernte. Denn im Winter, bei Frost oder unter einer Schneedecke, wächst Nüsslisalat kaum. Seine Wachstumszeit verlagert sich einfach um ein paar Wochen. Geerntet wird an frost- und schneefreien Tagen.

Bereicherndes Blattgrün

Gleich wie Nüssler wird Winterportulak ausgesät: Diesen breitwürfig in leicht sandige Erde ausbringen und nur dünn bedecken. Gut feucht halten und das Beet zusätzlich während der kalten Jahreszeit mit einem Vlies abdecken. Im Frühjahr können die saftigen Blätter des Winterportulaks mehrmals geschnitten werden, da er aus dem Herz wieder nachwächst. Seine unscheinbaren weissen Blüten sind essbar. Aromatisch als Salatbeigabe sind ausserdem die Spinatblätter einer Herbstaussaat: Dazu bis Oktober Winterspinat aussäen, locker verteilt in Reihen in die vorbereitete Erde. Der Samen darf dabei rund 3 cm unter der Erdoberfläche liegen. Die Erddecke schliessen und gut angiessen. Für frische Vitamine im Winter sorgt auch die Pro-Specie-Rara-Sorte ‘Winterspinat Guntmadingen’. Die gespitzten Blätter dieser alten Sorte ähneln dem Löwenzahn, die Pflanze bildet Rosetten.

Kopfsalat im Trend

Auch der robuste, attraktiv rot gefleckte Winterkopfsalat ‘Trémont’ überdauert die kalte Jahreszeit unbeschadet. Ausgesät wird von August bis September (Lichtkeimer), ausgepflanzt ab Oktober. Während der kalten Monate legen die Pflanzen einen Wachstumsstopp ein und gedeihen erst weiter, wenn die Tage lichtintensiver und wärmer werden. So verlagert sich die Ernte der inzwischen schön gewachsenen Köpfe bis in den April hinein.

Jetzt säen, im Frühling ernten

Bewährt hat sich die Kombination von Winterspinat und Winterkopfsalat, abwechselnd in Reihen gesetzt. Der schneller wachsende Spinat schützt die kleineren Salatpflanzen. Sobald dieser abgeerntet ist, den Salat auf Endabstand ausdünnen. Frostfeste Sorten finden sich auch bei Endivien, etwa bei den Grumolo-Typen. Auch diese werden im Spätsommer ausgesät und im Frühjahr geerntet. Die ebenfalls durch Pro Specie Rara erhaltene Winterendivie ‘Scarolle verde’ gehört zu den schmackhaftesten Winterblattgemüsen und kann im Dezember geerntet oder, mit einem Vlies bedeckt, bis ins nächste Frühjahr hinein kultiviert werden. Vor der Ernte die Blätter einige Tage hochbinden. Dies bleicht die inneren Blätter und der Geschmack wird milder.

 

Text & Bild: Ruth Schläppi

 

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