Fassaden begrünen

Fassade begrünen
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Fassaden begrünen

Vielerorts prägen Asphalt, Stein und Beton unsere Siedlungsräume. Ein guter Grund, um das horizontale Gärtnern zu überdenken und mehr Höhe in unsere grüne Oase zu bringen. Zum Glück lassen sich Fassaden ganz einfach begrünen.

Insbesondere in neueren Siedlungen mit kleinen Gärten fehlt es oft an Biodiversität. Zudem heizen sich bei sonnigem Wetter Materialien wie Asphalt, Stein- oder Betonplatten relativ rasch auf. Somit ist es dort im Sommer deutlich heisser und auch trockener als im weniger bebauten und begrünten Umland. Im Laufe des Klimawandels wird sich dies zunehmend verstärken, weshalb wir schon heute unsere Gärten neu denken und eine zusätzliche vertikale Begrünung in Erwägung ziehen sollten. Ein grosser Vorteil dabei ist, dass die Pflanzen Wasser verdunsten und so immer auch die Luft kühlen. Eine intensiv begrünte Hausfassade strahlt zudem weniger Wärme ab, auch wenn sie stark besonnt wird.

Fassaden begrünen für Vögel

Doch nicht nur die Temperatur in und um die begrünte Fläche wird beeinflusst, es herrscht auch eine angenehmere Luftfeuchtigkeit. Und durch den Kohlendioxid- und Sauerstoffaustausch werden Staubpartikel in der Luft und damit jede Menge Schadstoffe gebunden. Ausserdem sind begrünte Fassaden besser vor Witterungseinflüssen geschützt und das Klima im Inneren des Hauses wird ebenfalls positiv verändert. Und nicht zu vergessen, eine Begrünung von Hauswänden schafft auch neue Lebensräume für die Natur. Insbesondere viele Vögel finden hier nicht nur Schutz, sondern auch Nistmöglichkeiten sowie Nahrung für ihre Brut und für sich selber.

Unterschiedliche Klettertypen

Bevor es aber an die Pflanzenwahl geht, sollte man sich überlegen, welche Art von Klimmer man bevorzugt. Am einfachsten sind Selbstklimmer. Die einzige einheimische Art ist Efeu (Hedera helix), geeignet für schattige bis halbschattige Lagen und nährstoffreiche, kalkhaltige Böden. In der Altersform blühend, ist er eine ausgezeichnete Nahrungspflanze für Hummeln und Bienen, die bereits an milden, sonnigen Februartagen unterwegs sind. Intakte Fassaden werden durch das Festhalten des bis zu 30 m hoch wachsenden Kletterers nicht geschädigt, jedoch wächst Efeu gerne ins Dunkle. Mit Schindeln oder Schiefer verblendete Fassaden sind deshalb zur Efeuberankung nicht geeignet.

Auf Hilfe angewiesen

Wer seine sonnige bis halbschattige Fassaden begrünen will, wählt  die Weinrebe (Vitis vinifera) mit essbaren Früchten. Für ihre blattständigen Ranken benötigt sie ein Klettergerüst, am besten aus Spanndrähten. Ebenfalls auf ein Klettergerüst angewiesen ist die einheimische Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba), die bis zu 12 m hoch werden kann, oder die Alpen-Waldrebe (C. alpina) mit bis zu 3 m langen Ranken. Ebenfalls ein Klettergerüst, wobei hier auch ein Holzspalier infrage kommt, benötigt das Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum). Seine weissrosa Blüten erscheinen im Mai. Ein weiterer Winder ist der Hopfen (Humulus lupulus). Im Gegensatz zu den Pflanzen, die eine Kletterhilfe benötigen und sommergrün sind, sterben seine oberirdischen Teile im Herbst ab. Er treibt aber im Frühling rasch wieder kräftig aus und kann in einer Saison locker 10 m in die Höhe schiessen.

 

Text: Brigitt Buser  Foto: Twenty20

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