Erntezeit für Samen

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Erntezeit für Samen

Eigenes Saatgut lässt sich aus dem kleinsten Topfgarten, dem Kräuterbeet oder der Blumenrabatte sammeln. Mit ein paar Tricks geht kein Körnchen verloren.

Sind die dürren Kronblätter der Ringelblume abgefallen, werden die gekrümmten Samen sichtbar. Auch bei den Sonnenblumen kann man täglich mitverfolgen, wie die Sonnenblumenkerne reifen. Blütenstände möglichst lange stehen zu lassen, ist für die Samenproduktion das A und O. Die Samenkapseln, Schoten oder Kerne können dadurch richtig ausreifen und werden dann, je nach Pflanzengattung, durch Windstösse und Tiere verbreitet. Auf dem fruchtbaren Boden überdauern die Samen meist den Winter und beginnen im Frühling mit zunehmenden Temperaturen und Lichteinfall zu keimen. Wer Saatgut sammelt, greift ins Naturschauspiel ein: Kurz bevor die Samen von selber abfallen, werden sie geerntet. Auch gut: Werden die Samen nicht gesammelt, machen sich die heimischen Vögel über den wertvollen Schmaus her.

Je nach Samengrösse fällt das Sammeln einfach aus: Die abgedorrten und voll ausgereiften Blütenköpfe von Ringelblumen, Tagetes oder Kapuzinerkresse werden abgeschnitten und kopfüber auf ein Blatt Papier oder in eine Papiertüte gelegt. An einem trockenen Platz so lange ruhen lassen, bis die Samen lose auf dem Papier bzw. in der Tüte liegen. Das Säckchen beschriften und anschliessend dunkel und trocken lagern. Schwieriger wird es, wenn es sich um sehr feine und kleine Blüten handelt, wie etwa bei Doldenblüten oder Kräutern wie Dill und Koriander. Ein kleines Säckchen aus Tüllstoff oder ein Nylonstrumpf leisten hier wertvolle Hilfe. Das Säckchen vor dem Ausreifen über die Blüte stülpen und am Blütenstängel zusammenbinden. Die Samen fallen dadurch direkt ins Säckchen hinein. Nun müssen nur noch allfällige Blütenreste oder Samenhülsen entfernt werden. Sorgfältig gelagertes Saatgut bleibt drei bis vier Jahre keimfähig.

Text & Bild: Ruth Schläppi

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