Search:

Ein Nutzgarten in der Stadt

Gurken statt Geranien

Ein Nutzgarten in der Stadt

Selbst mitten in der Stadt kann man mit ein paar Quadratmetern Balkon und ein wenig Kreativität seinen eigenen kleinen Nutzgarten anlegen. Eine wahre Traumterrasse lässt keine Wünsche offen, wenn man einige Pflegetipps beherzigt.

Viele Küchenkräuter, Gemüse und Salate lassen sich problemlos auf dem Balkon kultivieren. Mangold, Kartoffeln, Schnittlauch, Kapuzinerkresse, Borretsch oder Goldmelisse sind nicht nur ein gesunder Gaumenschmaus, sondern auch äusserst dekorative Elemente auf der Terrasse. Für Salatliebhaberinnen empfehlen wir schnellwachsende Pflücksalate – sie gedeihen im Balkonkasten ideal. Und auch Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie, Dill, Thymian, Rosmarin, Fenchel, Salbei und Kamille sollten auf keinem Balkon fehlen. Unsere Kräutertöpfe prüfen wir regelmässig auf Trockenheit, denn an sonnigen Tagen trocknen sie sehr schnell aus. Je nach Standort giessen wir täglich.

 

Immerfort säen und ernten

Wir säen unsere Lieblingskräuter alle 2 Wochen in verschiedene Töpfe, sodass wir den ganzen Sommer hindurch frische Kräuter für die Küche ernten können. Zugekaufte Pflanzen stehen im Topf meist viel zu eng und würden nach wenigen Wochen eingehen. Darum lohnt es sich, die Pflanzen auf verschiedene Töpfe oder Balkonkästen aufzuteilen. Damit Kräuter und Gemüsepflanzen genügend Platz haben, wählen wir Balkonkästen mit einer Länge von etwa 1 m und kultivieren nicht mehr als vier verschiedene Kräuter in einem Kasten. Noch lieber pflanzen wir die Kräuter aber einzeln in genügend grosse Töpfe, damit sie sich nicht gegenseitig konkurrieren. Tomatensetzlinge binden wir beim Pflanzen mit Bast an einem Bambusstab fest, das bewahrt sie vor dem Umknicken. Schnellwachsende Sorten müssen immer wieder neu aufgebunden werden. Um der Tomatenpflanze zu einem schönen, gleichmässigen Wachstum zu verhelfen, geizen wir sie regelmässig aus. Gelbe und kranke Blätter entfernen wir ebenfalls laufend, da sie von Krankheitserregern befallen sein könnten. Krankes Pflanzengut bitte nicht kompostieren, sondern besser verbrennen oder mit dem Hausmüll entsorgen.

 

Das richtige Gefäss

Damit die Balkonpflanzen nicht vertrocknen oder verbrennen, verzichten wir auf schwarze Plastiktöpfe, die sich in der Sonne aufheizen; sowieso bevorzugen wir Tongefässe. Sie speichern überschüssiges Giesswasser und geben es später wieder an die Erde ab. Durch das Vollsaugen mit Wasser und das anschliessende Verdunsten überhitzen Tongefässe nicht so schnell. Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Peperoni und Auberginen brauchen grössere Töpfe, während für die meisten Kräuter kleinere Töpfe oder Balkonkästen ausreichen. Wärmeliebende Kräuter wie Rosmarin oder Verbene pflanzen wir einzeln in Tontöpfe, die wir im Herbst an warme Standorte in der Küche oder im Wintergarten stellen, sodass wir auch in den kalten Monaten frisches Grün ernten können. Als Pflanzenerde verwenden wir biologische Blumenerde, die wir mit etwas Kompost anreichern.

 

Knackige Minis

Kleine Gemüsesorten sind derzeit voll im Trend – sie sind nicht nur als gesunder Snack geeignet, sondern auch optisch ein schöner Blickfang für den Balkon. Mini-Tomaten, Mini-Gurken oder -Peperoni kann man auf der Terrasse leicht zu einem kleinen Gemüsegarten zusammenstellen. Besonders beliebt sind verschiedene Tomatensorten im Miniformat, die sehr robust und schnell-wachsend sind. Zur Auswahl stehen hier beispielsweise Cocktail-, Kirsch- oder Hängetomaten. Ebenfalls sehr beliebt sind Snackgurken der Sorten ‘Salamanda’ oder ‘Rimoni’, die eine Grösse zwischen 5 und 10 cm erreichen. Der Fachhandel bietet zudem kleinblumigen Blumenkohl ‘Multi Head’ oder die Mini-Auberginensorten ‘Ophelia’ und ‘Bambino’ an. Die kleinen Sorten haben grundsätzlich dieselben Ansprüche wie ihre grossen Verwandten. Die Mini-Gemüsepflanzen lassen sich auch optimal mit anderen Pflanzen kombinieren. Am besten passen dazu Kräuter wie Kresse, Schnittlauch oder Basilikum.

 

TEXT Remo Vetter   FOTOS Dave Brüllmann

Mehr zum Biogarten : So gedeihen Kartoffeln

Post a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .