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Ein Beet im Kornfeld

Ein Beet im Kornfeld

Was wären die Kornfelder, die Emil Nolde, ­Pierre-Auguste Renoir, Vincent van Gogh und viele andere Künstler malten, ohne das Rot des Mohns, das Blau der Kornblume oder die fein gezeichneten Kornraden? Diese Blumen verdienen eine Chance im Garten und auf dem Balkon.

Kleines Pflanzenlexikon

❀ Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist eine jener Ackerschönheiten, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und unter Naturschutz steht. Als Heilpflanze hat sie zwar etwas an Bedeutung verloren, aber in Tees machen sich ihre blauen Blütenblätter allemal gut. Auf dem Feld gilt sie als Bioindikator, reagiert sie doch sehr empfindlich auf Überdüngung: Sie verschwindet dann einfach.

❀ Nein, eine halluzinogene Wirkung kann unserem braven Klatschmohn (Papaver rhoeas) nicht zugeschrieben werden. Wer also in seiner Teemischung rote Mohnblätter findet, muss keine Bedenken haben. In der Volksmedizin wird der Mohn als Mittel gegen Husten aufgeführt. Gut machen sich die Blütenblätter auch als Dekoration auf dem Teller, denn sie sind essbar. Und die Bienen lieben diese Pflanze, die zwar keinen Nektar produziert, aber reich an Pollen ist.

❀ Auch wenn die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) immer noch auf Getreidefeldern wächst, hat sie sich doch längst emanzipiert und ist zu einer Heilpflanze geworden, die gezielt kultiviert wird. Kamillentee kennt jedes Kind. Das Kraut ist nicht nur im Teebeutel, sondern auch in Salben, als Öl und in der Aromatherapie zu finden.

❀ Schafgarbe (Achillea) ist eine Heilpflanze, die in Vielem der Kamille gleicht. Schafgarbentee wirkt blutreinigend, soll Blähungen mindern und dank der Bitterstoffe die Produktion der Verdauungssäfte anregen. Zur Unterstützung der Leberfunktion werden Leberkompressen mit Schafgarbentee verwendet, und auch bei Menstruationskrämpfen soll das Kraut helfen, wenn innerlich und äusserlich angewendet.

❀ Das toxische Nelkengewächs Kornrade (Agrostemma githago) ist eine der ältesten Begleitpflanzen im Getreideanbau. Sie passt sich perfekt dem Zyklus der Wintergetreidefelder an. Ihre stark giftigen Samen machten sie früher, als das Getreide noch nicht maschinell gereinigt wurde, zu einem gefürchteten Ackerunkraut. Herbizide haben heute die Kornrade stark dezimiert. In neuerer Zeit wird sie in Gärten und auf Äckern als Gründüngung kultiviert, weil sie kaum Pflanzenkrankheiten überträgt, da sie mit den herkömmlichen Kulturpflanzen nicht verwandt ist.

Bilder: Rachele Z. Cecchini

Diese Blumen machen sich auch im Garten gut

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