Düngen mit Stallmist

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Düngen mit Stallmist

Stallmist von Kühen, Pferden und anderen Tieren ist zum Düngen ideal. Er wirkt ausgleichend auf den Boden, auch im Hobbygarten. Unter Rosen und Gehölzen oder auf dem Gemüsebeet ist Mist eine ideale bodenverbessernde Langzeitnahrung.

Frische Pferdeäpfel direkt von der Koppel, das klingt unappetitlich. Doch im Garten ist Mist ein begehrter organischer Dünger. Er ist reich an Nährstoffen, die von den Pflanzen schnell aufgenommen werden können. Ausserdem fühlen sich viele Kleinstlebewesen im Mist wohl und helfen, den Boden zu verbessern. Schwere Böden werden durch Mist lockerer und durchlüften besser. Und in leichten Böden hilft Stallmist, Wasser zu speichern.

Mist ist nicht gleich Mist

Inhalt und Nährstoffgehalt von Mist können je nach Tierart, Geschlecht und Alter sowie je nach Futter, mit dem die Tiere versorgt werden, sehr unterschiedlich sein. Pferdedung enthält zum Beispiel relativ viele Pflanzenfasern und ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen. Das schätzen vor allem robuste Blumen und Gehölze mit hohem Nährstoffbedarf wie etwa Rosen, Beerensträucher und Obstbäume. Diese Gewächse kann man im Spätherbst mit einer dünnen Schicht frischem Pferdemist düngen. Pferdemist lässt sich auch im Gemüsebeet verwenden – doch hier keinesfalls frisch. Das würde die feinen, empfindlichen Wurzeln verbrennen. Der Mist sollte mindestens ein halbes Jahr abgelagert sein.

Zersetzung während der Lagerung

Idealerweise mischt man ihn dazu im Herbst mit organischem Material wie Grasschnitt, Stroh und Blättern. Während der Lagerung zersetzt sich der Mist und allfällige Keime sterben ab. Gleiches gilt für Kuhmist. Er verrottet allerdings langsamer als Pferdemist und verbrennt die Wurzeln nicht so stark. Auch Hühnermist sollte man nicht frisch ausbringen, da hier die Gefahr besteht, dass sich Krankheitserreger ausbreiten. Diese werden während der Lagerung und Kompostierung weitgehend abgebaut. Da Hühnermist reich an Phosphor ist, empfiehlt sich vorher eine entsprechende Bodenanalyse: Die Böden unserer Hausgärten weisen oft schon hohe Phosphorwerte auf.

Ab ins Gemüsebeet

Im Frühjahr, bevor die Pflanzen in die Erde kommen, kann man den abgelagerten Stallmist zum Düngen dann ins Beet einarbeiten. Über den Zeitraum von 3 Jahren gibt der Dung seine Nährstoffe ab. Im ersten Jahr ist er am effektivsten – dann freuen sich nährstoffhungrige Gemüsearten wie Kohl, Tomaten, Kürbis, Sellerie oder Zucchetti über die Düngung. Im zweiten Jahr können zum Beispiel Gurken, Kohlrabi und Endivien gepflanzt werden. Und im dritten Jahr dann anspruchslosere Sorten wie Kopfsalat, Nüsslisalat oder Zwiebeln. Wer mit Mist düngt, sollte den Boden alle zwei bis drei Jahre analysieren lassen, um sicherzugehen, dass man nicht überdüngt oder sich Phosphate im Boden anreichern.

Welcher Mist wofür?

Zum Düngen mit Stallmist gilt zu beachten, welcher Dung wo eingesetzt wird. Rindermist mit Stroh enthält wichtige Nährstoffe, über die sich starkzehrendes Obst und Gemüse freuen. Getrockneter Rindermist eignet sich für Wurzelgemüse. Kompostierter Schweinemist düngt Sellerie, Lauch und Himbeeren. Kompostierter Schaf-, Ziegen- und Kaninchenmist ist reich an Stickstoff und hilft Starkzehrern auf die Sprünge. Hühner- und Taubenmist ist sehr scharf, enthält aber Phosphor, Stickstoff und Kali, was sich als Kraftfutter für Starkzehrer anbietet. Inzwischen gibt es auch pelletierten Hühnermist zu kaufen. Pferdedung kann man im Herbst für Rosen und Obstgehölze verwenden. In Gemüsebeeten kommt er traditionell im Frühbeet zum Einsatz, da er beim Zersetzen Wärme abstrahlt. Strohiger Mist wird dazu als heizende Schicht unter der fruchtbaren Erde eingefüllt.

 

Nahrung für Stark- und Schwachzehrer

Über den Zeitraum von drei Jahren gibt Stallmist seine Nährstoffe ab, im ersten Jahr ist er am effektivsten.

 

            1. Jahr                      2. Jahr                       3. Jahr

 

Pferdemist       60%                         25%                           15%

 

Rindermist       45%                         35%                           20%

 

Schafmist        65%                         20%                           15%

 

Hühnermist     75%                         15%                           10%

 

 

 

Text Andreas Steinemann, Tanja Josche Fotos Noah Breier

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