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Der März im Biogarten

Der März im Biogarten

Der März im Biogarten

Noch wirkt der Frühling zaghaft. Doch im Boden, in den Gewächshäusern und in den Köpfen der Gärtnerinnen und Gärtner ist der Startschuss längst gefallen. Zwei oft gestellte Fragen zum März im Biogarten.

Wie lange ist Saatgut haltbar?
Richtig gelagert, bleibt Saatgut meist 2 bis 3 Jahre keimfähig: kühl, trocken, dunkel und vor Mäusen geschützt. Die Vorratskammer ist ideal, das Gartenhäuschen hin­gegen weniger. Als Behältnisse geeignet sind luftdichte Gläser oder Dosen mit etwas Reis als Trockenmittel. Sind Sie unsicher, wie gut das Saatgut noch beieinander ist? Eine einfache Keimprobe hilft: Einige Samen auf feuchtes Filterpapier oder Watte legen, warm stellen, regelmässig kontrollieren. Keimen die meisten Samen nach 5 bis 7 Tagen, ist das Saatgut noch verwendbar, ansonsten starten Sie besser mit frischen Samen. Tipp: Bei älterem Saatgut immer etwas dichter säen, um grössere Lücken zu vermeiden.

 

Wie erreicht man Erntefreude statt Erntestress?
Statt grosse Beete auf einmal vollständig zu besäen, empfiehlt es sich, regelmässig kleinere Reihen oder Teilflächen anzulegen. Diese gestaffelte Aussaat ist besonders bei schnell wachsenden Kulturen sinnvoll: Frischkarotten, Schnittsalate, Schaftzwiebeln, Spinat, Radiesli oder Rucola eignen sich ideal dafür. Sie keimen rasch, wachsen zuverlässig und können im Abstand von 10 bis 14 Tagen nachgesät werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt einer kurzen Erntespitze, die kaum zu bewältigen ist, steht schon nach wenigen Wochen und bis weit in den Sommer hinein kontinuierlich frisches Grün zur Verfügung. Gleichzeitig reduziert diese Methode das Risiko von Missernten – fällt ein Satz aus, folgt bereits der nächste. Nicht nur im Gemüsegarten, auch bei den Blumen zahlt sich gestaffeltes Säen aus. Einjährige Sommerblumen wie Kosmee, Kornblume, Ringelblume oder Zinnie können ebenfalls in mehreren Etappen ausgesät werden. So verlängert sich die Blütezeit deutlich, und der Garten bleibt über Monate hinweg lebendig und bunt. Gleichzeitig profitieren Insekten von einem kontinuierlichen Blütenangebot – ein wichtiger Beitrag zu einer funktionierenden Biodiversität. Wer bewusst verschiedene Arten kombiniert und die Aussaaten zeitlich staffelt, schafft ein Blumenbeet, das nicht nur schön aussieht, sondern auch ökologisch wertvoll ist. Für uns in der Samenzucht ist dieses Prinzip zentral – und im Hausgarten ebenso einfach wie wirkungsvoll umzusetzen.

 

TEXT Tulipan Zollinger, www.zollinger.bio.

FOTO Stephanie Wittmer

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