Der haustierfreundliche Garten
Ein Garten ist auch für ein Haustier ein Ort zum Spielen, Ruhen und Entdecken. Einige Dinge sollte man als Haustierbesitzer beachten, damit das grüne Reich ein Ort der Erholung und Freude bleibt.
Sicherheit als oberstes Gebot
Viele Garten- und Tierbesitzer stellen sich die Frage, welche Pflanzen für Katzen und Hunde giftig oder unverträglich sind. Giftig sind einige beliebte Gartenpflanzen wie etwa Oleander, Narzissen, Maiglöckchen, Clematis, Eibe, Buchsbaum oder Goldregen. Informieren Sie sich beim Gärtner vor dem Pflanzen neuer Gewächse über deren Verträglichkeit für Tiere. Auch Dornen bergen eine Verletzungsgefahr; Bienen und andere Insekten können gefährlich sein, wenn der Hund danach schnappt. Ein heikler Punkt sind Düngemittel, chemische Pflanzenschutzmittel, Unkrautvernichter und Gifte. Biologische Produkte und Naturdünger aus Pferdemist oder etwa eine Jauche aus Schachtelhalm sind verträgliche Alternativen. Schneckenkörner gibt es auch in Bioqualität, die ungiftig für Haustiere sowie Igel und Vögel ist. Bei der neuen Schneckenfalle von Hauert sind die Schneckenkörner in einem Behälter geschützt.
Pipi-Ecke und Sandkasten
«Die Erziehung seines Hundes betrifft nicht nur Haus bzw. Wohnung und Spaziergang – auch im Garten oder Aussenraum ist das Einhalten von Regeln wichtig», raten Shirin und Alain Scheidegger, Hundetrainer bei Pro Cane Hundecoaching. Bei einem Welpen oder Junghund macht die anfängliche Begleitung im Garten Sinn, damit die gewünschten Regeln betreffend Buddeln, Pipi machen und Bellen durchgesetzt werden können. Der Garten ersetzt jedoch keinen richtigen Spaziergang.
Beim Hund ist die Erziehung auch beim Versäubern wesentlich. Ob es bestimmte Pipi-Ecken gibt, sollte man sich bereits vor der Anschaffung überlegen und dem Hund von Anfang an beibringen. Dafür wird er zunächst immer an den gewünschten Ort begleitet. So lernt er mit der Zeit, wo das Versäubern erlaubt ist.


Auch bei Katzen ist das Versäubern im Garten ein wichtiges Thema. Eine kleine Grube mit feinem Sand oder weicher Erde kann als Toilette dienen. Um Blumen- und Gemüsebeete zu schützen, kann die Erde mit trockenem Rindenmulch, Holzhackschnitzel, Rosenschnitt oder gehäckselten Zweigen abgedeckt werden. Spezielle Dornengitter gegen Katzen und Marder sind ebenfalls erhältlich. Geruchsintensive Pflanzen wie Pfefferminze, Zitronenmelisse, Currykraut und Lavendel sowie der Harfenstrauch können Katzen fernhalten. Auch Zitrusschalen, Pfeffer, Knoblauch und Kaffeesatz können wirken. Baldrian und Katzenminze hingegen ziehen Katzen an.
Wildes Toben erlaubt?
Auch das Buddeln kann im Garten zum Problem werden. Ein Hund kann lernen, nur an bestimmten Orten zu buddeln. Ein Sandkasten kann dabei eine Alternative sein, muss aber ebenfalls entsprechend trainiert werden. Ein Zaun vor einem Beet kann zusätzlichen Schutz bieten. Bei einem aktiven Hund ist ein englischer Rasen nicht ideal. Eine robuste Rasensorte ist besser geeignet. Hunde und Katzen lieben Plätze mit Aussicht, Klettermöglichkeiten und Verstecke. Der Garten muss jedoch nicht voller Beschäftigungsmöglichkeiten sein – er kann auch einfach ein Ruheort sein. Wichtig ist zudem die Ausbruchsicherheit. Gerade Rassen wie Jack Russell sind berüchtigte Ausbruchskünstler und können sich unter Zäunen hindurchbuddeln. Grössere Hunde können zudem erstaunlich hoch springen.
Darf die Hündin bellen?
Haustiere brauchen kühlere Orte, an denen sie ruhen und sich entspannen können. Bäume, Sträucher oder überdachte Bereiche bieten Schutz vor direkter Sonne. Ein Liegeplatz mit einer Decke oder einem Katzen- bzw. Hundebett macht den Garten zusätzlich attraktiv. Frisches Wasser sollte stets zur Verfügung stehen. Ein Pool oder Teich sollte abgesichert sein oder eine Ausstiegsmöglichkeit bieten, denn Hunde ermüden beim Schwimmen schnell. Auch das Thema Lärm gehört zur Hundeerziehung: Wann darf der Hund bellen und wie soll er auf vorbeilaufende Menschen oder Hunde reagieren?
Fazit: Das Gartenleben mit einem Haustier bringt viel Freude, setzt aber klare Regeln und eine gute Erziehung voraus. Der Rat einer Fachperson kann dabei hilfreich sein – am besten, bevor es Ärger mit den Nachbarn gibt.



