Der Garten ohne Pestizide

Bild: Isabel Moesch
Beitrag teilen

Der Garten ohne Pestizide

Ein Hausgarten ist weit mehr als nur Beete und Rabatten, schön unterteilt in Gemüse, Blumen, Stauden und Rasen – er ist ein kleines Universum. Erst das Zusammenspiel aller Beteiligten macht ihn interessant. Mit einer umsichtigen Pflege kommt man ohne Pestizide aus.

Viele Kleintiere und Insekten helfen uns tagtäglich im Garten. Der Regenwurm lockert den Boden. Igel und Spitzmaus vertilgen Schnecken, Blindschleichen und Eidechsen jagen Mücken und schädliche Käfer. Die Vögel erfreuen uns mit ihrem Gesang und sind ebenfalls eine grosse Hilfe, wenn es um die Regulierung von tierischen Schädlingen geht. Für diese Helfer braucht es Plätze im Garten, einerseits als Unterschlupf im Sommer, andererseits als Winterquartier. In einem grossen Garten empfiehlt sich eine Wildhecke aus einheimischen Gehölzen. Aber auch in Kleingärten ist es möglich, geschützte Räume für Nützlinge zu schaffen. So hilft man ihnen, indem man kleine und grössere Steine, die man beim Auflockern des Bodens entfernt, zu Steinhaufen aufschichtet. In diese ziehen sich Eidechsen und Blindschleichen gerne zurück.

Gewürzfenchel gegen Blattläuse

Einheimische Blumen locken Schwebfliegen und Schmetterlinge an. In den Blüten von Ringelblumen (Calendula officinalis), Kornblumen (Centaurea cyanus) und Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare) findet man Marienkäfer. Auf ihrem Speisezettel stehen auch Blattläuse, pro Tag fressen sie bis zu 100 Stück der lästigen Schädlinge. Ein Vogelbad oder eine Vogeltränke ist im Sommer beliebt bei unseren gefiederten Freunden. Allerdings muss man das Wasser regelmässig wechseln, damit keine Krankheiten übertragen werden. In einem Garten, der von Vögeln aufgesucht wird, findet man viel weniger Schnecken und Mücken. Damit die Vögel im Winter nicht hungern, lässt man im Herbst die verblühten Stauden stehen. Diese Massnahme ist sicher sinnvoller, als im Januar kiloweise Vogelfutter zu verteilen. In einer stillen Ecke kann man einen Asthaufen aufschichten. Man verwendet Äste unterschiedlicher Länge und Dicke. Achten Sie darauf, dass der Boden durchlässig ist und keine Staunässe entsteht. Die Äste werden locker aufeinandergeschichtet, grobes und feines Material wird gut durchmischt. In diesem Asthaufen tummeln sich unzählige Tiere, darunter auch Igel. Diese halten sich zudem gerne in Laubhaufen auf. Denken Sie deshalb bitte daran, einen Laubhaufen im Garten anzulegen, wenn Sie das nächste Mal Laub rechen. Legt man Zweige über Baumstrünke, entsteht eine Höhle. Dicke Äste werden mit der Zeit von Ameisen und Käfern bearbeitet, in den verlassenen Frassgängen nisten sich später Wildbienen ein. Diese sind fleissige Helferinnen, wenn es um das Bestäuben von Pflanzen und Obstbäumen geht.

Text: André Töngi     Bild: Isabel Moesch

Schlagwörter:
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .