Der Garten im Herbst

Der Garten im Herbst

Auch im Spätherbst ist das Gartenjahr noch nicht vorbei: Jetzt beginnt die Saison der bunten, leuchtenden Herbstpflanzen. Die Vielfalt an Farben, Formen und Strukturen ist nie so gross wie jetzt.

Es gibt viele staudige Pflanzen, die sich derzeit mit leuchtenden Beeren und Fruchtständen schmücken. Gerade die Samenhüllen sind es, die nach der Blüte, umgeben vom herbstlich gefärbten Laub, für einen attraktiven Blickfang im Garten sorgen. Aufrecht aus den Blättern erheben sich die Fruchtperlen der Christophskräuter, etwa der leuchtend rote Schmuck von Actaea rubra an filigran verzweigten Trieben. Die blau-schwarzen Beeren des Schirmblatts (Diphylleia cymosa) präsentieren sich wunderbar auf ihren hohen, rot gefärbten Stielen. Die Lampionblume (Physalis alkekengi var. franchetii) pflanzt man am besten im Wurzelbereich von Sträuchern, damit der Wurzeldruck sie in Schach hält.

Zeit der bunten Blätter
Wunderbar, wie die Blätter behutsam erröten: etwa Amberbaum (Liquidambar), Fächertanne (Ginkgo) oder Fächer-Ahorn (Acer palmatum). Der Kanadische Judasbaum (Cercis canadensis ‘Forest Pansy’), Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus) und der Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum) zeigen sich zusehends im herbstlichen Gewand und setzen im richtigen Licht das Beet in Flammen – die Sorte ‘Rotfuchs’ bleibt schmal und klein, die Blätter dieses Lebkuchenbaums sind zudem dunkler gefärbt und kräftiger. Ein weiterer Strauch mit herrlich roter Herbstfärbung ist die Zaubernuss (Hamamelis x intermedia ‘Diane’). Zu den Blattschmuckstauden mit attraktiv gefärbtem oder gezeichnetem Laub gehören etwa Wolfsmilch (Euphorbia), Purpurglöckchen (Heuchera), Gewürzsalbei (Salvia officinalis), Bergenie (Bergenia), Himmelsbambus (Nandina domestica), Stacheldrahtpflanze (Calocephalus) und verschiedene Arten der Lavendelheide (Pieris). Auch der heimische Storchschnabel (Geranium pratense) verwandelt sein ehemals grünes Blattwerk nun in eine anmutig tiefrote Farbenpracht.

Blühende Herbstpflanzen
Am buntesten sind klassische Stiefmütterchen (Viola witt­rockiana) und Horn-Veilchen (V. cornuta). Nicht fehlen dürfen Garten-Chrysan­the­men (Chrysanthemum indicum), die mit ihrer Leuchtkraft den Sommer nochmals aufleben lassen. Das unermüdliche violette Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) und die grossen Blütenteller der Fetthenne (Sedum) locken jetzt die nach Nektar suchenden Schmetterlinge magisch an. Der Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zeigt seine kugelförmigen blauen Blüten oft bis in den Oktober hinein. Für den sonnigen, eher trockenen Standort ist die einheimische Goldhaar-Aster (Aster linosyris) bis zum Herbst ein Farbgarant. Einige dauerblühende Arten wie die Grossblütige Braunelle (Prunella grandiflora) oder die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) entzücken uns bis in den November hinein mit einer reichen Nachblüte. Später kommen Christ­rosen (Helleborus niger) dazu. Etwas dezenter, aber nicht minder attraktiv blüht die winterharte Schnee­-Heide (Erica carnea) in den Farben Rot, Rosa und Weiss.

Gräserskulpturen
Ganz verrückt sind wir nach Gräsern, bezaubernd ist derzeit vor allem das Orientalische Lampenputzergras (Pennisetum orientale ‘Tall Tails’). Es bringt über Monate rosa Blüten hervor und sieht auch im Topf genial aus. Filigrane Gräser wie das einheimische Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea) mit seiner goldgelben Herbstfärbung oder das immergrüne Waldschmielen-Gras (Deschampsia) wiegen ihre Halme im Glanz der abendlichen Sonnenstrahlen, umgarnt von Spinnennetzen, die am nächsten Morgen mit Hunderten Tautropfen besetzt sind. Hochwachsende, standfeste Gräser wie Rispenhirse (Panicum) oder Chinaschilf (Miscanthus) können wir jetzt mit einer starken Hanfschnur zusammenbinden. Die trockenen Gräserhorste bieten zudem Unterschlupf für Kleintiere.

Text: Annemarie Haller, Annette Lepple, Konrad Hilpert   Bild: Rachele Z. Cecchini

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