Blumenstrauss aus dem Garten
Was gibt es Schöneres, als im eigenen Garten Blumen zu pflücken. Im August strotzen Beete und Rabatten vor Blüten in allen Formen und Grössen, und man kann so richtig aus dem Vollen schöpfen. Jetzt heisst es: Einmal schneiden und binden, bitte – so gelingt der Blumenstrauss aus dem Garten.
Material für einen Blumenstrauss aus dem Garten:
- Frisch geschnittene Blumen nach Wahl
- Baumschere
- scharfes Messer mit glatter Schnittfläche
- Bindebast
- Kessel mit Wasser

Anleitung
1. Schritt
Der beste Schnittzeitpunkt für Blüten für einen Blumenstrauss aus dem Garten ist der Vormittag; unbedingt aber vor der Mittagshitze. Dann sind die Blüten vom Tau trocken und die Pflanzen konnten sich nachts gut mit Wasser vollsaugen. Gehen Sie beim Schneiden immer liebevoll mit den Blumen um. Rupfen Sie nicht an den Pflanzen, sondern benutzen Sie eine Baumschere für die Ernte. Schneiden Sie nie alle Blüten einer Pflanze ab, sonst kann sie sich nur sehr langsam wieder erholen.
2. Schritt
Die Haltbarkeit der Schnittblumen hängt von der sogenannten Schnittreife ab, und die ist bei den einzelnen Pflanzenarten recht unterschiedlich. Idealerweise sind die Knospen leicht aufgeblüht und zeigen bereits Farbe. Dies gilt vor allem für Rosen, die zu früh geschnitten meist verwelken, ohne aufzugehen. In knospigem Zustand sollten nur Blumen wie Iris, Lilien oder Pfingstrosen geschnitten werden. Margeriten, Ringelblumen, Nelken und Sonnenblumen werden hingegen fast voll erblüht geschnitten. Teils erblüht erntet man Gladiolen, Rittersporn, Löwenmäulchen oder Eisenhut.
3. Schritt
Es gibt Blüten, die brillieren und Blüten, die dienen: am besten kombiniert man beide. Wenn Sie nur Lupinen, Sonnenblumen oder Fingerhut in eine Vase stellen, haben sie einen ziemlich protzigen, «schweren» Strauss, der auch optisch viel Raum einnimmt. Kombinieren Sie hingegen nur zarte Blüten wie Frauenmantel, Kamille, Gräser und Dill, «fliegt» das dünne Sträusschen fast davon, weil es ihm optisch an Gewicht fehlt. Spielen Sie zudem mit den unterschiedlichen Blütenformen und mischen Sie aufstrebende, kugelige, rispige und doldige Blüten. Je mehr Einzelblüten Sie haben, umso wilder wirkt der Strauss. Mit Wiederholungen bringen Sie Ruhe in die Kombination.
4. Schritt
Oberstes Gebot, um die Haltbarkeit von Schnittblumen zu verlängern, ist die Sauberkeit, denn Bakterien sind der schlimmste Feind von Schnittblumen. Eine saubere Vase ist wichtig, auch sollte man die Laubblätter entfernen, die mit dem Vasenwasser in Kontakt kommen. Grosse Blätter, etwa jene der Sonnenblumen, sind zudem bei der Gestaltung des Blumenstrausses im Weg und verdecken andere Blüten. Als Faustregel gilt: Laubblätter werden von den unteren zwei Dritteln des Stiels gänzlich entfernt.
5. Schritt
Bevor mit dem Zusammenstellen des Strausses begonnen wird, müssen sich die geschnittenen Blumen mit Wasser vollsaugen. In einen Eimer gestellt, können sie sich während einer Stunde erholen.
6. Schritt
Damit die Blüten in der Vase zur Geltung kommen, werden sie in einer Spirale gebunden. Zuerst nimmt man jene Blume zur Hand, die die Straussmitte bilden soll. Dann legt man ringsum immer mehr Blumen und Grün an. Dabei wird jeder Stiel leicht schräg unter dem Daumen platziert, sodass sich der Strauss wie eine Spirale aufbaut. Achten Sie beim Binden darauf, mit den Ebenen zu spielen: Gräser und zarte Blüten dürfen keck in die Höhe streben, während Hortensien oder Bartnelken dem Strauss Tiefe geben.
7. Schritt
Ist der Strauss fertig, werden die Stiele eingekürzt und mit Bindebast an der schmalsten Stelle zusammengebunden. Jetzt folgt eine etwas knifflige Aufgabe: Jeder Stiel muss einzeln mit dem Messer mit glatter Klinge angeschnitten werden. Bei harten, krautigen Stielen wie von Nelken und Gladiolen reicht ein kurzer, schräger Anschnitt, bei Rosen sollten Sie auf einen möglichst langen Anschnitt achten. Weiche, krautige Stiele wie von Löwenmäulchen, Dahlien oder Tulpen erhalten einen fast geraden Schnitt. Falls nicht alle Stiele die gleiche Länge haben, sollte der Strauss gebunden eingestellt werden.
Text: Helen Lennox Fotos: Matthias Luggen
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