Blütenpoesie mit Tulpen

Blütenpoesie mit Tulpen

Wenn die Narzissen- und die Magnolienzeit Mitte April langsam zu Ende geht, treten die Tulpen in den Vordergrund. Bei unseren Tagebuch-Autoren hat sich etwas vom «Tulpenwahn» der Niederländer im 17. Jahrhundert erhalten, denn sie pflanzen jährlich 5000 bis 6000 Tulpen.

Während in Amsterdam um das Jahr 1630 herum Tulpenzwiebeln ein Speku­lationsgeschäft wurden, bei dem viele ihr ganzes Vermögen verloren, spekulieren wir nur auf die sichere Blüte einer jeden Zwiebel. Sie sind so perfekt gezüchtet, dass man sicher sein kann, dass jede Zwiebel die versprochene Blüte auch liefert. Dabei gibt es eine Fülle an Formen und Farben, die vielfache Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Allerdings verzichten wir auf die ganz frühen Tulpen, die mit ihren oft kräftigen Farben nicht in die weissgelbe Stimmung unseres Gartens passen. Mitte April überschneiden sich dann die Narzissen- und die Tulpenblüte. Als Ton-in-Ton-Pflanzung ergänzt die weisse Tulpe ‘Purissima’ die späten weissen Narzissen ‘Thalia’.

Die «Lasagne-­Pflanzung»

Farbige Tulpen gibt es zu dieser Zeit auch bei uns, allerdings in grossen Terrakottatöpfen. Um eine üppige Fülle zu schaffen, haben wir die «Lasagne-­Pflanzung» entwickelt. Dabei geben wir die Tulpen in zwei Lagen in die Töpfe: Als unterste Lage wird eine Schicht Kies oder Sand eingefüllt, was einen guten Wasserabzug garantiert. Darauf kommt eine Schicht Gartenerde. Die unterste Lage der Tulpen wird in 20 bis 25 cm Tiefe gelegt, dann wieder 8 bis 10 cm Erde, darauf die zweite Schicht Tulpen, die dann mit Erde bis zum Topfrand bedeckt wird. Die untere Lage Tulpen wächst problemlos durch die obere Schicht hindurch, und nur in den ersten Tagen sind Höhenunterschiede deutlich zu bemerken. Es entsteht so eine beeindruckende Blütenfülle. Ganz wichtig: Es darf keine gedüngte Erde oder Kompost verwendet werden, denn Tulpen vertragen keine stickstoffhaltige Erde. Wir nehmen deshalb Erde aus dem Gemüsegarten, da am Ende der Vegetationszeit der Dünger weitgehend abgebaut ist. Die dort entstehenden Löcher füllen wir mit Kompost auf. Bei der Auswahl der Tulpensorten verwenden wir pro Topf nur Tulpen einer Blütezeit. Wenn frühe und späte ­Tulpen gemischt werden, entsteht ein unschönes Bild, da dann die abgeblühten Stiele zwischen den späteren Sorten stehen. Reizvoll sind hingegen Mischungen, etwa eine ungefüllte Tulpe mit einer farblich passenden gefüllten (z. B. ‘Candy Prinz’ mit ‘Queen of Marvel’). Als Pflanzgefässe verwenden wir überwiegend Terrakottatöpfe aus dem italienischen Impruneta, die zwar teuer, aber dafür frostfest sind. Eine preiswertere Lösung besteht darin, alte bäuerliche Vorratsgefässe als Übertöpfe einzusetzen. Da diese nicht frostfest sind, werden die Tulpen in passende Plastiktöpfe gepflanzt und erst im Frühjahr in die alten Gefässe eingesetzt. Diese Art der Tulpenpflanzung macht es möglich, die Töpfe auf Terrassen und Plätzen zu arrangieren, damit sie besonders gut zur Geltung kommen.

Text: Manfred Lucenz, Klaus Bender Bild: Marion Nickig

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