Blaublütige für den Garten

Blaublütige für den Garten
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Blaublütige für den Garten

Ist sie die Farbe des wolkenlosen Sommerhimmels oder die der grenzenlosen Melancholie? Wohl beides. Eines aber ist sicher: Die Farbe Blau garantiert eindrückliche Garteninszenierungen. Wir präsentieren schöne Blaublütige für den Garten.

Immens ist das Universum an Blautönen, das uns im Garten erwartet. Arktisches Eisblau, glanzvolles Karibikblau, magisches Mitternachtsblau; Sturmwolkenblau, Ultramarin, Grünblau, Violett, Türkisblau, Kobalt, Azur, Opal, Lila. Hinzu kommen noch die Farbbezeichnungen, die sich von Pflanzen ableiten: Veilchenblau, Enzianblau, Kornblumenblau – da kommt einiges an Blau zusammen.

Schüchterne Nordlichter

Gestalterisch gibt es viele Möglichkeiten, um ein blaues Garten-Wunder zu erleben. Im Gegensatz zu Rot ist Blau eine kalte Farbe. Rot, das sind klassische Rosen, Bougainvilleas, Cannas, Dipladenias, die Blüten des warmen Südens. Die kalten Farben sind die des Nordens. Sie scheuen das Rampenlicht, sind schüchterner, bescheidener; ihnen missfällt der grosse Auftritt mit Pomp und Trara. Der Einsatz kalter und warmer Farben erlaubt das Spiel mit Grössenverhältnissen. So wirkt ein Beet mit blauen Hortensien immer grösser als eines, das mit gelben Stiefmütterchen bepflanzt ist – auch wenn beide Rabatten gleich gross sind.

Rechte Pflanze am rechten Ort

Gelungen gestaltete Gartenbeete sind nicht einfach bunt. Sie arbeiten gezielt mit der Wirkung, die die jeweilige Farbe auslöst. Denn als optischer Reiz ist Farbe immer mit einer emotionalen Reaktion verbunden. Aber Farbe ist nicht alles. Wer ausschliesslich auf sie setzt, schränkt sich bei der Gestaltung um spannende Aspekte ein. Moderne Gärten zelebrieren den Wandel der Jahreszeiten, sie feiern die Wuchsform, die Blattstrukturen oder den Herbstaspekt einer Pflanze. Wir zeigen euch passende Blaublütige für den Garten.

Ehrenpreis

Ehrenpreise sollten eine Auszeichnung dafür erhalten, wie schön hellbau-lila-azur-dunkelviolett sie doch blühen. Der flache Ehrenpreis (Veronica prostrata) wächst mattenförmig über den Boden kriechend, der Ährige Ehrenpreis (V. spicata ‘Blaufuchs’) mit stolz erhobenem Haupt, Büschel-Ehrenpreise (V. teucrium ‘Knallbau’) in eben solchen Büscheln. Ab Mai zünden sie ihr azurnes Feuerwerk, am liebsten auf trockenen, warmen Plätzen oder an Böschungen.

Frühlings-Enzian

Was blau angeht, setzt er die Messlatte hoch: Gentiana acaulis, der Frühlings-Enzian. Über sein Blau wurden Lieder gesunden und Gedichte geschrieben. Im Garten kommt die kalkverträgliche Auslese zum Zuge, die im Mai ihre azurblauen, trichterförmigen Blüten öffnet. Für durchlässige, lehmig-humose oder steinig-lehmige Böden und sonnige bis absonnige Lagen.

Schwertlilie

Schwertlilien (Iris barbata-elatior) gehören neben Rosen und Lilien zu den ältesten Gartenpflanzen. Es gibt sie in einer breiten Palette an Blütenfarben – auch im blauen Bereich. Violettblau blüht ‘Black Knight’, silberblau ‘Silverado’, schwarz mit purpurfarbenem ‚Old Black Magic‘. Im Mai öffnen die meisten Sorten ihre charaktervollen Blüten. Sie mögen es sonnig, auf trockenem bis frischem Boden.

Kissenaster

Schön blau blüht diese Lady, die ‘Lady in Blue’, die unversehens dichte Teppiche ausbildet und für Farbe im Herbstgarten sorgt. Kissen-Astern (Aster dumosus) blühen von August bis weit in den Oktober hinein. Je nach Sorte umfasst das Farbspektrum sämtliche Violett- und Blautöne von zartem Rosa zu kräftigem Purpur. Am besten gedeiht die Kissen-Aster in humus- und nährstoffreichem, frischem Boden in der Sonne.

Steinsame

Ab Wonnemonat Mai sorgt die Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum) für blaue Freuden. Als Spezialistin für harte Fälle begrünt sie sogar all jene Gartenorte, wo sonst keiner hin will. Das schafft die heimische Wildstaude selbst auf Kalkböden am Gehölzrand. Hier breitet sie sich unverdrossen durch Absenker aus – auch wenn sich kaum Regen blicken lässt.

Scabiose

Keine Pflanze feiert das Leben so federleicht wie die Skabiose (Scabiosa). Als seien sie gewichtslos, schweben die knopfartigen Blüten auf den schlanken Stielen. Blauviolett blüht S. columbaria ‘Butterfly Blue’, dunkelblauviolett caucasica ‚Stäfa‘. Im naturnahen Garten sind Skabiosen ein Muss – Schmetterlinge und Bienen gehören zum Fanclub. Im Juni setzen sie zu blühen an. Skabiosen mögen es nahrhaft, sonnig und mit durchlässigen Böden.

Blaunessel

Im Juni geht es los, und oft ist es erst im September zu Ende: Das Blüh-Spektakel der Dunklen Blaunessel (Agastache ‚Black Adder‘). Hier sitzen blauviolette Lippenblüten auf nahezu schwarz wirkenden Blütenkolben – ein optischer Genuss, der auch Schmetterlinge und Falter anzieht. Agastachen mögen es sonnig und kommen auch mit trockenem Boden zurecht – Hauptsache, er ist durchlässig und nicht zu nährstoffarm.

Rittersporn

Wer wirkungsvolle Schmuckstauden liebt, dem sei der Rittersporn (Delphinium) angeraten: Mit seinen kerzenartigen Blütenständen der Superstar des blauen Gartens. Weltweit gibt es rund 5000 Sorten, die eine dunkelviolett, die andere hellblau mit weissem Auge oder tief violettblau mit braunem Auge. Rittersporne gedeihen in jedem Gartenboden, Hauptsache es ist sonnig. Tipp: Ein Rückschnitt auf 20 cm nach der Blüte entlockt einen zweiten Blütenflor.

 

Text & Bilder: Judith Supper

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