Biologische Schneckenbekämpfung

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Biologische Schneckenbekämpfung

Im feuchten Herbstwetter legen die Schnecken noch rasch ihre Eier ab, bevor sie sich in die Winterpause verabschieden. Unsere Tipps für eine möglichst körnerfreie Schneckenbekämpfung.

Verschiedene Massnahmen und Hausmittel helfen gegen die Schneckenplage. Oft haben sie den Nachteil, dass sie den biologischen Grundsätzen in die Quere kommen. So heisst es im biologischen Anbau, die Erde müsse immer bedeckt sein. Mulch ist aber ein ideales Rückzugsgebiet für Schnecken. Im Frühling hilft es, wenn man die Gemüsebeete ein bis zwei Wochen offen lässt und, statt eine Gründüngung auszusäen, immer wieder den Boden mit dem Kräuel auflockert. Die Schneckeneier liegen dadurch frei an der Oberfläche und werden von der Sonne getrocknet.

Hausmittel und Schneckenzaun

Im Herbst wird der Kompost sorgfältig umgeschichtet und so die Eiablage gestört. An sonnigen Tagen können auch die Gemüsebeete und Rabatten noch einmal geharkt werden. Im Handel sind weitere Mittel gegen Schnecken zu finden, unter anderem ein spezieller Schneckenzaun. Er ist zwar teuer, doch eine langfristige Lösung. Für junge Pflänzchen bewähren sich Schneckenkragen. In den Treibbeeten sind Nematoden wirkungsvoll gegen kleine Nacktschnecken, so zum Beispiel «Bioslug» von Andermatt Biogarten. Verschiedene Hausmittel zeigen eine Teilwirkung, bringen jedoch meist nicht die erhofften Resultate. Am ehesten wirkt Kaffeesatz, der um die Pflanzen gestreut wird. Das Koffein soll den Schnecken zwar nicht gut bekommen, doch bei Regen wird er weggeschwemmt. Ähnlich verhält es sich mit Sägemehl. Auch Eierschalen zeigen eine Wirkung, in den meisten Fällen kriechen die Schnecken jedoch darüber. Von Bierfallen ist ganz abzuraten: Die Schnecken, die darin ertrinken, locken nur ihre Artgenossen vom Nachbarsgarten an, Kannibalen, die sie nun einmal sind. Bleibt noch die Methode mit dem Einsammeln: Man legt Bretter, Jutesäcke oder grosse Blätter aus, zum Beispiel von Rhabarber, und sammelt sie ein. Die Schnecken anschliessend in den Wald zu tragen, ist zwar lieb gemeint, aber keine gute Lösung, weil dort das ökologische Gleichgewicht durcheinandergebracht wird. Es gibt verschiedene Arten, sie zu töten, keine ist besonders appetitlich. Wer es schafft, übergiesst sie mit brühend heissem Wasser – die Schnecken sollen so am wenigsten leiden. Wer einen grossen Garten hat, dem seien Laufenten empfohlen. Allerdings brauchen sie tägliche Pflege – und man sollte einen guten Zugang zu den ­Tieren haben.

… und wenn das nichts hilft…

Manchmal helfen nur noch Schneckenkörner; doch nur der Einsatz von eisenhaltigen Körnern wie «Ferramol» ist zu verantworten. Bei den anderen handelsüblichen Produkten heisst es zwar, sie seien unschädlich für Igel und Katzen. Aber wenn diese ein paar vergiftete Schnecken fressen, hat das eine verheerende Wirkung. Häuschenschnecken sind harmlos, ja, sie fressen sogar die Eier ihrer Artverwandten. Leider wirken Schneckenkörner auch bei ihnen. Es gilt deshalb abzuwägen, ob der Einsatz von Körnern wirklich notwendig ist. In den Staudenrabatten werden die Schneckenkörner bereits im März gestreut, so erwischt man die erste Generation der Schnecken, die sich dann nicht mehr vermehren kann. Mit Ast- oder ­Steinhaufen und Buntbrachen schafft man Platz für die natürlichen Gegenspieler der Schnecken wie Spitzmäuse, Vögel und Laufkäfer. Wenn man Setzlinge von Blumen und Gemüse vorzieht, statt diese direkt auszusäen, verschafft man sich einen Vorsprung. Gepflanzt wird möglichst an trockenen Tagen, gegossen um die einzelnen Pflanzen herum, anstatt das ganze Beet zu bewässern. Der beste Zeitpunkt zum Giessen ist am Morgen, so können die Pflanzen bis zum Abend abtrocknen.

Text: André Töngi    Bild: Jonas Töngi

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