Bienenpflanzen für den Balkon

Bienenpflanzen für den Balkon
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Bienenpflanzen für den Balkon

Wird das aufgehängte Wildbienenhotel nur mässig besucht, liegt das oft am fehlenden Rundumservice. Denn wo Bienen hausen, wollen Blüten genascht werden. Wir zeigen, welche Bienenpflanzen für den Balkon taugen.

Wild und Honigbienen benötigen Nektar und Pollen, doch nicht jede Pflanze bietet von beidem gleichviel an. Die Energie, um zu fliegen und zur generellen Erhaltung ihrer Körperfunktionen zieht die Biene aus dem Nektar. Pollen hingegen liefert ein besonders eiweissreiches Futter für die Aufzucht des Nachwuchses. Gefragt ist ein vielseitiges Angebot an Bienenpflanzen für den Balkon mit möglichst ungefüllten Blüten – vorzugsweise an einheimischen Wildpflanzen. Das Blütenangebot sollte möglichst durchgehend zur Verfügung stehen, denn nur wo genügend Nahrung vorhanden ist, lassen sich Bienen nieder.

Blühende Kost

Besonders im Frühjahr sind nahrhafte Energiespender sehr willkommen – etwa die Schneeheide (Erica carnea), die schon ab Januar blüht. Krokus, Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum) und Bärlauch (Allium ursinum) sind wertvolle Nektarspender, die bereits im Herbst in die Töpfe gepflanzt werden. Diese so tief wie die doppelte Zwiebelhöhe in die Erde stecken. Christrosen (Helleborus niger) und Winterlinge (Eranthis hyemalis) bieten ebenfalls Nektar und Pollen. Im späten Frühjahr öffnen sich die stark besuchten Blüten der Obstbäume und jene von Polsterpflanzen wie Blaukissen (Aubrieta deltoidea) oder dem einjährigen Steinkraut (Alyssum).

Gemüse als Insektentankstelle

Nun besuchen Bienen auch gerne blühende Kräuter wie Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Thymian (Thymus), Borretsch (Borago officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia), Katzenminze (Nepeta cataria), Koriander (Coriandrum sativum) und Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus). Bei Kräutern lohnt es sich, diese in Etappen zu ernten und einen Anteil bis zur Blüte stehen zu lassen. Dies gilt auch für Gemüse: Steht eine Zwiebel, ein Lauch, Blumenkohl, Broccoli, Kopfsalat oder Fenchel in der Blüte, so werden sie zur gefragten Insektentankstelle. Auch Gurken sind mit ihren trichterförmigen Blüten wahre Nektarspender.

Bunte Sommerfülle

Balkonkästen schmückt die leuchtend ­gelbe bis orangebraune Goldmarie (Bidens ferulifolia), die für Bienen besonders anziehend ist. Auch Fächerblumen (Scaevola), Verbenen, Wandelröschen (Lantana) und Ringelblumen (Calendula) schenken den Bienen reiche Nahrung. Diese einjährigen Pflanzen gedeihen prächtig zwischen ungefüllt blühenden Geranien, die je nach Art und Sorte ebenfalls gerne angeflogen werden. In grösseren Kästen wachsen bestens einheimische Stauden wie Malven (Malva sylvestris), Sonnenhut (Echinacea), Kratzdistel (Cirsium vulgare), Wilde Möhre (Daucus carota), Rispige Flockenblume (Centaurea paniculata), TaubenSkabiose (Scabiosa columbaria), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Natternkopf (Echium vulgare), Kornblume (Centaurea cyanus) oder Sonnenbraut (Helenium). Kriechend unter den Kästen, an sonniger Lage, breitet sich rege der Mauerpfeffer (Sedum acre) aus.

Struktur und Schatten

Übrigens, obwohl das Wildbienenhotel lieber an einer geschützten Südseite angebracht wird: Zum Nektarlaben befliegen Wild und Honigbienen auch schattige Balkonplätze. Dort wachsen unter anderem die Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium), Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), WaldWitwenblume (Knautia dipsacifolia), Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura) oder die Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) – allesamt sehr gute Nektar und Pollenspender. Und steht zwischen den Blumentöpfen zusätzlich noch ein Kleinstrauch, etwa eine Weide (Salix) oder eine Wildrose (Rosa canina), so wird der Naschplatz noch nahrhafter.

 

Text: Ruth Schläppi   Foto:shutterstock

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