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Auf zum Rosenball

Rosenball

Auf zum Rosenball

Endlich Juni – die Rosenhochzeit des Jahres! Im Schloss Grosser Hahnberg bei Adolf Röösli tummelt sich die Königin der Blumen zum Rosenball.
Garten, Liebe, Kunst

Bei unserem Besuch an einem sonnigen Samstagvormittag treffen wir Adolf Röösli – wie könnte es anders sein – in seinem geliebten Garten. Hier verbringt er die meiste Zeit, bei gutem Wetter oft nach dem Frühstück bis zum Abend. Der Garten sei sein Fitnessstudio, meint er bei der Begrüssung schmunzelnd. Die Gartenanlage wurde einst nach französischem Vorbild gestaltet und geht auf einen Entwurf des Rorschacher Gartenarchitekten Fritz Klauser (1885 – 1950) zurück. Adolf Röösli hat der Vorstellung einer barocken Gartenanlage folgend seit seinem Einzug den Garten neu gestaltet und ihm neues Leben eingehaucht. Auf fast 10 000 m² erinnert dieser an eine Miniatur von Versailles oder Schönbrunn. Historische Elemente holte der neue Hausherr gemäss alten Plänen wieder hervor – wie die Eibenhecke, die mit 4 1/2 m Dicke etwas aus der Form geraten war. Der Garten von Schloss Grosser Hahnberg ist zweigeteilt: Nahe beim Haus befinden sich der formale Teil und der Rosengarten.

 

Französischer Rosengarten

Den Rosengarten mit über 400 Rosen legte Röösli nach französischem Muster an und fasste ihn mit Buchshecken ein. Im Mai und Juni blühen Edelrosen, Polyantharosen, Englische Rosen, Hochstämme, Strauchrosen und Kletterrosen um die Wette; ein Duft- und Farbenspiel umgibt den Schlossgarten. Der Rosengarten ist sein ganzer Stolz: Die 600 Stöcke strotzen vor Gesundheit – kein Mehltau, keine Läuse. Dies kommt nicht von ungefähr, denn der Gärtner hegt und pflegt seine Rosen mit Mist, Hornspänen und Hornmehl. Normalerweise wechselt man nach 10 bis 12 Jahren bei Rosenpflanzungen den Boden aus. «Doch so lange sie so kräftig sind und so reich blühen, ist das nicht angebracht», so Dölf Röösli. Seine Floribundarosen – eine Kreuzung aus Tee- und Polyantharosen – pflanzte er vor über 30 Jahren. «Es sind ältere Sorten, denn mir war wichtig, den historischen Rosengarten, wie er früher bestand, wieder aufleben zu lassen», sagt er. Die gewählten Sorten sind üppig, duftend, in leuchtendem Rot oder zart gehauchtem Rosé. Ein wahres Märchen, das der Schlossherr hier zustande gebracht hat – schliesslich steht auch ein Märchenbrunnen mit Prinzessin und Froschkönig in seinem Garten.

‘Lübecker Rotspon’

Edelrosengleiche, gut gefüllte, grosse Blüten leuchten in Bordeauxrot – das satte Rot entspricht ziemlich genau der funkelnden Farbe des Weins «Lübecker Rotspon». Der Wuchs dieser Beetrose von Rosen Tantau aus dem Jahr 1990 ist mittelhoch und buschig.

‘Graham Thomas’

Eine der beliebtesten Englischen Strauchrosen. Die stark gefüllten Blüten ähneln Pfingstrosen und versprühen einen intensiven Teerosenduft. Leider darf diese Sorte auf Geheiss von David Austin Roses England Ltd. nicht mehr produziert werden.

‘Metro’

Eine champagnerweisse Schönheit mit wunderbarem, leichtem Duft von Sam McGredy, 1989. Die grossen, stark gefüllten Blüten haben einen zartrosa Schimmer. Der Wuchs ist mit 60 cm eher buschig, aber kräftig  – eine gesunde Beetrose mit sattgrünem Laub.

‘Glamis Castle’

Auf Anweisung von David Austin Roses England Ltd. darf auch diese Sorte nicht mehr produziert oder verkauft werden. Das macht diese Englische Rose mit den gefüllten, kelchförmigen Blüten in reinem Weiss, die einen starken Myrtenduft verströmen, umso kostbarer.

‘Duftwolke’

Mit Blüten in schönstem Korallenrot und intensivem Duft gehört sie zu den ­Klassikern unter den Edelrosen. Die ­gefüllten Blüten erscheinen von Juni bis in den Herbst auf ca. 120 cm hohen, stabilen Stielen. Als ADR-Rose überzeugt sie durch besondere Blattgesundheit.

‘New Dawn’

Mit ihr zieht ein Hauch Nostalgie in den Garten ein. Die zartrosa, leicht gefüllten Blüten verströmen einen süssen Duft. Die historische Sorte von 1930 zählt zu den weltweit beliebtesten Kletterrosen – sie ist öfterblühend und robust. Ideal für Pergolen oder Rosenbögen.

‘Heidefeuer’

Eine Bodendeckerrose mit leuchtend roten, halbgefüllten Blüten. Ihre kompakte Wuchsform erreicht bis 60 cm und bildet einen dichten Pflanzenteppich. Von Juni bis Oktober zeigen sich die Blüten in kleinen Dolden. Die Sorte ist widerstandsfähig gegen Rosenkrankheiten.

‘New Year’

Diese Floribundarose macht ihrem Namen alle Ehre: Ihre leuchtenden Blüten in Apricot und Orange wirken wie ein Feuerwerk. Die halbgefüllten Blüten erscheinen in dichten Dolden von Juni bis zum Herbst und leuchten auch bei bewölktem Himmel zuverlässig.

Text Remo Vetter   Bilder Frances Vetter, Judith Supper

 

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