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Amarant und Kichererbsen kultivieren

Amarant und Kichererbsen kultivieren
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Amarant und Kichererbsen kultivieren

Ihre Samen gelten als trendiges Superfood, doch eigentlich gehörten diese Pflanzen schon immer zu den wertvollsten Eiweisslieferanten. Amarant und Kichererbsen kultivieren ist ganz einfach – sie lassen sich im Winter bestens auf der Fensterbank vorziehen.

Mit seinen langen, teils herabhängenden purpurfarbenen bis orangen Blütenstängeln ist der Amaranthus ein beliebter Sommerflor. Die Pflanzengattung stammt aus Nord- und Südamerika und ist bei uns besser bekannt als Fuchsschwanz. Über Jahrzehnte schmückte diese aparte Pflanze die Beete in vielen traditionell gestalteten Bauerngärten. Meist jedoch, ohne dass ihre nahrhaften Samen geerntet wurden. Amarant ist schmackhaft und verfügt über ein feines Nussaroma, das sich erst beim Kochen so richtig entfaltet. Ein wichtiger Eiweisslieferant ist auch die Kichererbse. Wer Amarant und Kichererbsen kultivieren möchte, sollte die beiden Gemüsearten jetzt auf der Fensterbank vorziehen.

Rasch zubereitet

Da glutenfrei, werden Amarantsamen heute auch hierzulande als Superfood gefeiert und können als Getreideersatz vielseitig verwendet werden. Etwa mit Honig gesüsst und gepufft als Popcorn, pikant gewürzt als nahrhafte Salatzugabe oder weiterverarbeitet zu feinem Babybrei. Doch auch die jungen Blätter sind essbar – sie werden wie Spinat und Mangold zubereitet oder als Suppenbeigabe geschätzt. Amarantblätter sollten nur frisch verwendet werden, da sie rasch verderben.

Aus Samen ziehen

Besonders Amaranthus hypochondriacus ‘Golden’ gedeiht bestens im Gemüsegarten. Damit die Samen bis zum Herbst gut ausgereift sind, sollte man den Fuchsschwanz bereits früh auf der Fensterbank vorziehen. So entwickeln sich die Sämlinge zu stattlichen Jungpflanzen, die im Mai nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden. Amarant wächst in gut durchlässigem Boden bis zu 1,50 m hoch. Die Pflanze blüht je nach Aussaat zwischen Juni und September, danach bilden sich die attraktiven goldfarbenen Samenrispen. Gegenüber Eiseskälte zeigt sich die Pflanze empfindlich. Deshalb sollten die Rispen möglichst vor dem ersten Frost geerntet werden, am besten an trockenen Tagen gegen Ende September.

Mehr Eiweiss

Einen etwas wärmeren Standort in sandigem, eher trockenem Boden bevorzugt die Kichererbse (Cicer arietinum). Im Hausgarten stehen oftmals genügend geschützte, sonnige Flächen zur Verfügung, wie etwa in einem nach Süden ausgerichteten Hochbeet. Allerdings bleibt die eigene Ernte überschaubar und besticht vor allem durch die Qualität und weniger mit der Menge. Hierfür bewährt hat sich die Sorte ‘Ares’. Sie bildet rund 2 bis 3 Monate nach der Aussaat die ersten Samenhülsen.

Vorkultur im Haus

Unter Schutz gezogen, werden starke Temperaturschwankungen im Frühjahr umgangen und die Jungpflanzen können bereits im Haus heranwachsen. Dazu wird eine mit Abflusslöchern versehene Schale mit sandangereichertem Substrat gefüllt und mit Wasser übergossen. Nun lassen sich die zuvor eingeweichten oder vorgekeimten Kichererbsen ganz einfach ins Substrat drücken. Bei rund 20 bis 22 °C aufgestellt und regelmässig gegossen, können die zweiblättrigen Keimlinge schon bald in kompostierbare Töpfchen pikiert werden, die später beim Auspflanzen direkt mit ins Beet kommen. Das ist ein idealer Schutz, denn das Wurzelwerk der Jungpflanzen ist empfindlich.

Nach dem Frost

Als Alternative bietet sich die Direktsaat ab Mitte Mai an: Dabei werden die Kichererbsen im Abstand von 20 cm rund 5 bis 8 cm tief in die Erde gebracht. Während der Anzucht sollten die Jungpflanzen vor tiefen Temperaturen zusätzlich mit einem Vlies geschützt werden. Die Schoten sind kurz und mit klebrigen Härchen überzogen. Wie Bohnen können Kichererbsen durch die Symbiose mit Rhizobien (Knöllchenbakterien) Stickstoff aus der Luft fixieren. Deshalb ist es wichtig, die Erde nicht zusätzlich zu düngen. Im Gegenteil: Der Boden wird mit Stickstoff angereichert und steht Folgekulturen zur Verfügung. Geerntet wird, sobald sich die Hülsen gelb verfärben. Danach gräbt man die Pflanzen aus und hängt sie an einem trockenen, luftigen Ort kopfüber auf. So reifen die Schoten vollends aus.

 

Text & Foto:  Ruth Schläppi

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