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Alles Tomate!

Alles Tomate!

Tomaten sind licht- und wärmehungrige Gewächse. An den Boden stellen sie keine hohen Ansprüche – nur auf schlecht durchlüftete Böden oder Staunässe reagieren sie empfindlich.

In Mitteleuropa sollte diese Kultur geschützt im Folientunnel oder im Gewächshaus angebaut werden. Nur wenige Sorten eignen sich für den Anbau im Freiland. Besonders der Schutz vor Regen macht Sinn, damit man vor gefürchteten Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) oder die Grauschimmelfäule (Botrytis ­cinerea) verschont bleibt und die Früchte durch die Regengüsse nicht aufplatzen.

Tiefstapler

Die Aussaat erfolgt Anfang März. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 20-30 °C, die Keimdauer bei 6-10 Tagen. Nach dem Keimen sollten die Jungpflanzen wieder kühler gestellt werden, rund 15 °C reichen aus. Sobald die ersten echten Blättchen, also jene nach den Keimblättern, erscheinen, werden die Pflänzchen bis unter die Keimblätter pikiert. Von Anfang bis Mitte Mai können die Mini-Setzlinge ausgepflanzt werden. Wichtig ist eine tiefe Bodenlockerung. Wir graben 30-40 cm tiefe Gräben, geben geschnittene Brennnesseln hinein und legen die Setzlinge schräg und möglichst tief in den Graben, zusammen mit einer Handvoll Kompost. So können die Pflanzen aus ihrem Stamm zahlreiche Adventivwurzeln bilden, um die vielbenötigten Nährstoffe aufzunehmen und einen guten Halt zu finden. Nach dem Auspflanzen giessen wir zuerst grosszügig, später sparsamer, da die Stauden so dazu angeregt werden, ein tiefes Wurzelwerk zu bilden und selber dem Wasser «nach­zuwachsen». Mit dieser Massnahme erzielt man ausserdem ein noch intensiveres Aroma der Früchte.

Wüchsige Gesellen

Das sogenannte «Ausgeizen», also das Ausbrechen der Triebe in den Blattachseln, ist die regelmässig wiederkehrende Hauptpflegearbeit bei der Tomatenkultur. Sie dient dazu, dass die Pflanze ihre Kraft in den Haupttrieb und die Früchte und nicht in zahlreiche Seitentriebe steckt – und dass sie nicht zu einem riesigen Busch heranwächst, der viel Platz beansprucht, schlecht abtrocknet und kaum Halt findet. Entscheidend ist, dass man die Achseltriebe entfernt, bevor sie zu gross werden: 10 cm sind das absolute Maximum. Ansonsten entstehen grosse Wunden, in die Pilzkrankheiten eindringen können. Ausserdem ist es wichtig, nur bei trockenem Wetter und nur vormittags auszugeizen, damit die Wunden gut abtrocknen können. Am besten werden die kurzen Achseltriebe von Hand abgebrochen, was allerdings bei einigen Sorten etwas Übung erfordert.

Kletterakrobaten

Tomatenpflanzen brauchen unbedingt eine Stütze. Das Aufbinden geht in einem Arbeitsgang mit dem Ausgeizen zusammen und muss alle 1-2 Wochen gemacht werden. Regelmässige Durchgänge lohnen sich, die Arbeit ist dann schneller und unkomplizierter erledigt. Das Entblättern ist eine Pflegearbeit, die ab der ersten Ernte aktuell wird. Die untersten Blätter, nicht mehr als drei, werden entfernt, damit die Luft besser zirkulieren kann und um Pilzinfektionen vorzubeugen.

Gesunde Pflanzen

Wie bereits erwähnt, ist der geschützte Anbau das A und O der Tomatenkultur. Zudem bewähren sich eine zurückhaltende Düngung, ein rechtzeitiges Ausgeizen, um die Wunden klein zu halten, ein angemessenes Entblättern und das frühe Entfernen von bereits mit Pilzen befallenen Blättern. Die Bewässerung erfolgt nur von unten und nicht über die Blätter. Ausserdem ist es ratsam, eher frühreife Sorten anzubauen und möglichst sparsam Wasser zu geben. Der Boden wird vorzugsweise mit Heu, Stroh oder Schafwolle gemulcht. Besonders im geschützten Anbau empfiehlt sich dies, denn so verdunstet weniger Wasser, unerwünschtes Beikraut wird in Schach gehalten und die Mulchschicht gibt erst noch zusätzliche Nährstoffe an den Boden ab.

Text: Seraina Sprecher   Bild: Eulenhof

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