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Aktion «Wilde Ecke»

Wildbienen

Aktion «Wilde Ecke»

Mit einfachen Massnahmen und gezielter Pflanzenauswahl lassen sich Wild- und Holzbienen wirksam unterstützen – und zugleich Biodiversität und Gartenerlebnis nachhaltig bereichern.
Blühende Gärten für Wildbienen

Gärten und auch Balkone können durchaus als Rückzugsraum für Wildbienen dienen. Deshalb unterstützt Pro Natura mit dem Projekt «Bonjour Nature» Gartenbesitzerinnen mit kostenlosen Angeboten. Man kann eine Gartenberatung anfordern oder seinen Naturgarten zertifizieren lassen. Entscheidend für Wildbienen ist die Kombination aus Blütenangebot, Nistmöglichkeit und Ungestörtheit. Viele Arten nisten im Boden und benötigen offene, sandige oder lehmige Stellen und Abbruchkanten. Andere bevorzugen hohle Pflanzenstängel oder morsches Holz. Je strukturreicher ein Garten ist, desto grösser ist sein ökologischer Wert. Besonders wertvoll sind Pflanzen mit ungefüllten Blüten, da sie Pollen und Nektar frei zugänglich machen – bei Sorten oft weggezüchtet.

 

Holzbiene ist «Biene des Jahres»

Holzbienen, allen voran die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea), gehören zu den grössten Wildbienen. Mit ihrem bläulich schimmernden Körper fallen sie ins Auge. Sie leben solitär, nisten also einzeln. Mit ihren kräftigen Kiefern nagen sie Gänge in morsches, sonnenwarmes Holz, etwa in alte Baumstämme, dicke Äste oder verwitternde Holzpfähle. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Holzbiene nach Norden ausgebreitet – begünstigt durch mildere Winter. Die Tiere nisten am liebsten im Holz, aus dem sie einst selbst schlüpften. Wird ein Garten einmal besiedelt, ist die Chance gross, dass sie dauerhafte Gäste werden. Sie sind friedlich und flüchten bei Gefahr, selbst wenn ihr Nest bedroht wird. Wer Holzbienen in seinem Garten ansiedeln möchte, sollte nebst altem Holz auch auf ein möglichst permanentes Blütenangebot achten. Die Tabelle unten zeigt beliebte Nektarquellen.

 

Einheimisch oder fremdländisch?

Tatsächlich spielen heimische Wildpflanzen eine wichtige Rolle, doch sie sind nicht die einzige Nahrungsquelle. ­Mediterrane Pflanzenarten können ergänzend eingesetzt werden, da viele generalistische Arten diese schon nutzen – der Fokus sollte aber auf einheimischen Pflanzen liegen. Gerade in heissen, trockenen Sommern erweisen sich heimische hitze- und trockenheitstolerante (Kräuter-)Arten wie Sand-Thymian oder Oregano als besonders zuverlässig, da sie auch unter Hitzestress weiterblühen. Viele Mediterrane wie Lavendel, Rosmarin, Thymian oder Salbei leisten ebenfalls einen wertvollen Beitrag, besonders auf Terrassen. Hinzu kommt, dass Topfpflanzen Blühstandorte schaffen, wo sonst kaum Nahrung verfügbar wäre: auf versiegelten Flächen, Balkonen, Dachterrassen oder in Innenhöfen. Sie wirken dort als «Trittsteine» im urbanen Raum.

Wildbienen-Kasten

3 Tipps für Bienenfreundlichen Garten

 

Wie kann man Wildbienen unterstützen?

Schon kleine Massnahmen – ein stehengelassener Stängel, ein Stück Totholz, ein sonniger Sandbereich – können eine grosse Wirkung entfalten: etwa Strukturen wie offene Sandflächen, Totholz, Trockenmauern oder hohle und markhaltige Pflanzenstängel. Setzen Sie auf heimische Wildblumen, Kräuter und Stauden wie Hornklee, Salbei, Glockenblumen oder Margeriten. Achten Sie auf eine lange Blühperiode von Frühling bis Herbst, um alle Flugzeiten abzudecken. Mischpflanzungen und «wilde Ecken» sind wertvoller als Rasen – lassen Sie Laub, Grashaufen und verblühte Stängel stehen bzw. liegen. Ebenso entscheidend ist der Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger.

 

Welche Pflanzen sind bei Wildbienen beliebt?
  • Die wichtigste Ressource sind heimische Blütenpflanzenarten: Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum), Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Moschus-Malve (Malva moschata)
  • Einjährige und Zweijährige: Ackersenf (Sinapis arvensis), Kornblume (Centaurea cyanus), Acker-Ringelblume (Calendula arvensis)
  • Blühende Kräuter: Salbei, Thymian, Schnittlauch, Oregano
  • Sträucher und Gehölze: Wildrosen, Schlehe (Prunus spinosa), Weissdorn (Crataegus monogyna), Hasel (Corylus avellana), Obstbäume wie Apfel und Kirsche

 

Was kann ich auf dem Stadtbalkon tun?

Wildbienenschutz ist keine Frage der Gartengrösse. Selbst ein paar Balkonkästen mit Kräutern und Wildblumen können eine wertvolle Oase sein. Pflanzen Sie Thymian, Schnittlauch, Oregano und Katzenminze (Nepeta cataria). Sie sind pflegeleicht, duftend und liefern reichlich Nektar. Heil-Ziest (Stachys officinalis), Glänzende Skabiose (Scabiosa lucida), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), Waldmeister (Galium odoratum), Ringel- oder Kornblumen gedeihen auch in Gefässen und ziehen Wildbienen stark an. Kombinieren Sie Frühblüher (z. B. Schnee-Heide, Hohe Schlüsselblume, Kuhschelle), Sommerblüher (Färberkamille, Wiesen-Witwenblume, Malven) und Herbstblüher (Astern, Efeu), damit die Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden. Fachgerechte Insektenhotels oder Bündel aus hohlen Bambusröhrchen lassen sich leicht am Balkon befestigen. Ein grosser Topf mit Sand – kein Spielzeugsand, sondern aus einer lokalen Sandgrube – kann bodennistenden Arten helfen. Eine flache Schale mit Wasser und kleinen Steinen bietet Bienen zudem eine sichere Trinkmöglichkeit.

Text Jardin Suisse, zvg   Bild Picturegarden | Rohner, zvg

 

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